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36 www.wochenanzeiger.de · Mittwoch, 16. Oktober 2024 Einsatz Das Mahnmal 1958 wurde das im Krieg schwer getroffene Siegestor wiederaufgebaut – an der Südseite bewusst vereinfacht. Foto: Marcus Wiegand Danke für fast ein ganzes Berufsleben bei den »Blauen« Drei entscheidende Persönlichkeiten stellten die Weichen Vor 37 Jahren habe ich beim Werbe-SpiegelVerlag »provisorisch« angedockt – mit dem festen Vorsatz, nur zwei, drei Monate, allenfalls höchstens ein halbes Jahr zu bleiben. Mittelständisch aufgestellt Wenn ich mir heute die Frage stelle, warum es so ganz anders kam (und ich diesen Umstand darüber hinaus nie bereut habe), komme ich zu einer Antwort, die nahezu auch identisch ist auf die Fragestellung, warum so ein Konstrukt wie »die Blauen« im Grunde in der Medienlandschaft der Bundesrepublik inzwischen nahezu einzigartig ist: Es lag an ein paar Personen, ein paar mittelständisch aufgestellte Unternehmer-Persönlichkeiten, die mit ihren ganz spezifischen Eigenheiten das so spannende Konstrukt der »Blauen« gründeten, entwickelten und bewahrten. Kurt Kaiser (Sendlinger Anzeiger) gab den Anstoß zur Gründung der sog. »Gruppe Münchner Wochenanzeiger«. Aller Konkurrenz zum Trotz brachte er die illustre Runde der verschiedenen Anzeigenblatt-Verleger in einem Traditionslokal in Sendling zusammen. Ohne seine Initiative wäre heute kein einziges Anzeigenblatt aus jener Gründungsphase nach dem Zweiten Weltkrieg in München mehr am Markt. Und es war nicht nur diese Initiative und deren weitreichende Folgen, die wir bis heute unserem weitsichtigen und immer fairen Kollegen Kurt Kaiser verdanken, es war auch seine Fähigkeit, aus ehemals konkurrierenden AnzeigenblattHaudegen eben besagte »Gruppe« zu formen. Mein großer persönlicher Mentor war Dieter Ullrich, der mich vom ersten Tag an förderte und mich vom Medium Anzeigenblatt und dessen imposanter Reichweite nachhaltig begeistert hat. Leider waren uns nur sehr wenige Jahre gemeinsamen Weges vergönnt. Der dritte ebenfalls für das Schicksal der »Blauen« entscheidende Protagonist war Jürgen Bergmaier. Er brachte nicht nur geniale MarketingIdeen mit in die Runde; er forcierte,bedingt durch Erfahrungen aus seinem Verbandsnetzwerk, die sog. »KombiVermarktung“und war ebenfalls ein ganz großer Integrierer. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass alle Titel bis auf eine Ausnahme innerhalb dieser Gruppe geblieben sind – egal, aus welchen Gründen sie weitergegeben wurde. Bei keiner dieser Übernahmen wurden Kollegen aus KostenOptimierungsgründen freigestellt, sprich entlassen. Und so ist es nur schlüssig, dass aus den einstmals über einem Dutzend Anzeigenblattverlage heute ein großes Gesamthaus gewachsen ist. Trotz Corona sind wir permanent und zuverlässig zweimal in der Woche erschienen: mit der Mittwochs- und der Samstagsausgabe. Wir sind ein Stück München Wir empfinden uns als ein Stück München und nehmen auch diesbezüglich unsere lokale und publizistische Verantwortung wahr. Wir beschäftigen gut 4.000 Zustellerinnen und Zusteller aus mehr als 60 Nationen. Diese Zustell-Struktur auch in Zukunft aufrecht zu erhalten, wird unsere allergrößte Aufgabesein. Unsere redaktionellen Inhalte müssen nicht auf Klicks schielen und sich deshalb auch nicht mit Fake News aufmotzen. Es liegt in der Natur der Mediengattung Anzeigenblatt, dass wir uns mit den sog. »normalen« Fakten beschäftigen. Insofern sind wir, wie es der renommierte Journalist Leyendecker mal formulierte, »der Dorfbrunnen«, an dem sich Menschen treffen und austauschen – und eben nicht die Brunnen-Vergifter. Wundert sich jetzt noch jemand, dass ich mich bei den »Blauen« so wohl gefühlt habe? All den jungen oder jüngeren Kolleginnen und Kollegen wünsche ich noch viele tolle Jahre in diesem beeindruckenden Team! Michael Simon (Werbe-Spiegel) Jürgen Bergmaier. Foto: MNR Michael Simon. Foto:BVDA / Bernd Brundert Kurt Kaiser. Foto:pr 23.08.25 – 07.12.25 13.04.25 – 27.07.25 RUYSCH RACHEL RUY CH NATURE INTO ART 26.11.24 –16.03.25 CIN: IT021059A1DVEIXPEX

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