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14 www.wochenanzeiger.de · Mittwoch, 16. Oktober 2024 Die 1940er-Jahre 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 Entscheidende Weichen gestellt Adam Jürgen Bergmaier ist einer der »Väter« der Münchner Wochenanzeiger MÜNCHEN(job) · Es ist Unternehmern wie Adam Jürgen Bergmaier zu verdanken, dass aus vormals kleinen, immer nur wenige Mitarbeiter umfassenden Verlagsbetrieben ein heute bestens aufgestellter Verlag im Großraum München entstanden ist, die mehr als 140 Arbeitsplätze bietet und über eine Zustell-Organisation mit rund 4.000 Zustellern verfügt – einem Mann, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat und sich seiner unternehmerischen Verantwortung stets bewusst war; abseits von »aktiengetriebenen« Investorengruppen. Sprung in die Selbstständigkeit Adam Jürgen Bergmaier, 1947 in Lustheim vor den Toren der Stadt geboren, beginnt 1961 seine Lehre als Schriftsetzer im renommierten Betrieb Carl Gerber Graphische Betriebe in München. Schon bald nach Abschluss seiner Ausbildung wagt er mit 22 Jahren, frisch verheiratet, den Schritt in die Selbstständigkeit: Zusammen mit seiner Frau und zwei Angestellten gründet er ein Satzstudio in München. Mit klassischem Lohnsatz, unter anderem für den Schweizer Ringierverlag, mit dem er die ersten Sielmann-Bildbände in der Druckvorstufe herstellt, etabliert er seinen Betrieb im Großraum München. Sein akquisitorisches Talent lässt ihn eines Tages auch ein alteingesessenes Münchner Anzeigenblatt, den Bogenhausener und den Haidhausener Anzeiger als Satzkunden gewinnen. Nach wenigen Jahren steigt er dort als Gesellschafter ein – er hatte zwischenzeitlich erkannt, dass auf dem Verlagssektor und nicht auf der reinen Zulieferungsdienstleistung die Zukunft liegt. Einfallsreicher Experte Adam Jürgen Bergmaier etabliert sich innerhalb der damals neun Verlage umfassenden Gruppe Münchner Wochenanzeiger rasch als ein dynamischer und einfallsreicher Vermarktungsexperte; auf seine Initiative hin richtet die Gruppe eine gemeinsame Anlaufstelle für Großkunden ein. Als einer der ersten in der gesamten Anzeigenblattbranche überhaupt entdeckt er die Postleitzahl als neue Belegungseinheit für Beilagen. Etwa zu diesem Zeitpunkt hatte sein Sohn Herbert erste innovative Ideen eines modernen Vertriebsprogramms auf EDV-Basis entwickelt. Später sollte daraus eine komplette EDV-Lösung des zwischenzeitlich um weitere Titel angewachsenen Verlags werden: Die Münchener Nord-Rundschau hatte die Familie Bergmaier von der Familie Forst übernommen. Diese hatte keine Nachkommen und wollte ihr Lebenswerk in die nächste Generation weitergeben. Der Moosacher Anzeiger, die Schwabinger Seiten, das Münchner Zentrum, der SüdostKurier und die Harlachinger Rundschau komplettierten so das Verlags-Portfolio. Stimme des Mittelstandes Zusammen mit Kollegen setzte Bergmaier das Münchner SamstagsBlatt aufs Gleis, um den von vielen Kunden gewünschten zweiten Werbeanstoß im Großraum München zu ermöglichen. Eine ganze Reihe von Fachzeitschriften wurde gegründet. Darüber hinaus wurden digitale Lösungen und Geo-MarketingTools entwickelt, die von großen nationalen Handelsunternehmen und Medienagenturen eingesetzt werden. Ganz »nebenbei« vertrat Adam Jürgen Bergmaier im Präsidium des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) die Interessen der bundesdeutschen Anzeigenblattverlage und engagierte sich dort als Stimme besonders der mittelständischen Verlagsbetriebe. Kämpfer für Prosperität »Die Auflagenzahlen sind gewachsen, seine Bescheidenheit hat der Verleger Adam Jürgen Bergmaier aber nie aufgegeben«, sagte SZ-Geschäftsführer Klaus Josef Lutz einmal über ihn. Seinen fachlichen und menschlichen Rat schätzten Kollegen und Wegbegleiter. Als Adam Jürgen Bergmaier 2017 verstarb, hinterließ er ein gesundes, wirtschaftlich stabiles und erfolgreiches Unternehmen. Der BVDA würdigte ihn als »einen unermüdlichen Kämpfer für die wirtschaftliche Prosperität der Anzeigenblätter und auch einen wunderbaren Menschen voller Humor mit einer stets geraden Haltung und einer großartigen Mischung aus Bescheidenheit und Großzügigkeit.« Aufmerksames Zuhören und durchdachte Argumentation beim Olympia-Stammtisch der Wochenanzeiger 2013: »Ohne die Olympiade 1972 hätten wir in München vieles nicht«, wies Adam Jürgen Bergmaier damals auf den Image-Gewinn hin, mit dem sich die Sommerspiele 1972 für die Stadt auszahlten: »Erst seit damals nimmt man uns in Deutschland richtig wahr.« Foto: Iris Männel Einer, der Menschen zusammenbrachte: Adam Jürgen Bergmaier (Vierter von links) mit Ehefrau Brigitte und Sohn Herbert (Fünfte und Vierter von rechts) im Kreis der Verleger der Gruppe Münchner Wochenanzeiger. Foto:MNR Adam Jürgen Bergmaier: ein unermüdlichen Kämpfer für die wirtschaftliche Prosperität der Wochenanzeiger. Foto:pr

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