Pascal Maier besiegt Stuttgart mit drei Touchdowns quasi im Alleingang

München · Cowboys haben alles selbst in der Hand

Gegen die Stuttgart Scorpions gelang den Munich Cowboys in einem hart umkämpften Spiel der zweite Saisonsieg.	Foto: Peter Roth

Gegen die Stuttgart Scorpions gelang den Munich Cowboys in einem hart umkämpften Spiel der zweite Saisonsieg. Foto: Peter Roth

München · Besondere Spiele brauchen besondere Spieler. Aus diesem Grund ließ Headcoach John Rosenberg auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen die Stuttgart Scorpions zwei statt nur einem Spieler neben sich Platz nehmen. Albert Langebartels erhielt Sonderlob von Rosenberg.

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»Albert ist ein Spieler, den die Zuschauer auf dem Platz überhaupt nicht wahrnehmen, aber er leistet enorm viel.« Beim 20:14-Sieg über Langebartels Ex-Klub Stuttgart spielte der gelernte Linebacker in der Offensive und in der Defensive. Und erledigte überall seine Aufgaben zu Rosenbergs Zufriedenheit: »Es ist eine sehr harte Aufgabe, das zu tun.«

Langebartels hatte »Spaß gegen mein altes Team. Es ist toll, wenn man die Gesichter kennt, gegen die man spielt.« Doch davon, dass er besonders motiviert in die Partie gegangen sei, wollte die Nummer 55 der Cowboys nichts wissen. »Ich hoffe mal, dass ich jedes Spiel gleich motiviert angehe.« Langebartels’ überzeugende Leistung in Offensive wie Defensive lässt sich auf die gesamte Mannschaft übertragen. Endlich gelang den Münchnern wieder ein Match, in dem beide Mannschaftsteile sich perfekt ergänzten. »Die Offense hat der Defense immer wieder genug Zeit gegeben, durchzuatmen. Und so hat die Defense mächtig Druck auf den Gegner gemacht«, freute sich Quarterback Travis Harvey, der das Spiel angeschlagen von der Seitenlinie aus verfolgte.

Noch im Hinspiel hatten die Cowboys den Stuttgarter Quarterback Ira Vandever überhaupt nicht in den Griff bekommen. Am Samstag übten teilweise drei Münchner Verteidiger immensen Druck auf Vandever aus, so dass dieser oft getackelt wurde oder den Ball unter Druck ins Nichts warf, was eine Raumstrafe nach sich zieht. »Ich weiß nicht, warum es heute so gut gelaufen ist«, gab Defense End Robert Zernicke zu, »aber egal, wir haben ihn immer wieder erwischt.« Diese Tatsache ließ Vandever verzweifeln. »Er war mit den Nerven am Ende«, sagte Travis Harvey.

In Harveys Abwesenheit wuchs Backup-Quarterback Gary Lautenschlager bei den Cowboys über sich hinaus. Lautenschlager habe das Spiel gut geleitet, habe die richtigen Entscheidungen getroffen, resümierte John Rosenberg nach dem Spiel. Und auch Lautenschlagers Pässe kamen bei Pascal Maier an, eigentlich der kongeniale Partner von Travis Harvey. Der Wide Receiver zeigte sich für alle drei Münchner Touchdowns verantwortlich und schraubte sein Touchdown-Konto in der aktuellen Saison auf zehn aus. »Er ist ein Playmaker und total ballverliebt. Deswegen fängt er zurzeit alles«, versuchte Oliver Schober Maiers Höhenflug zu erklären.

Der 20:14-Erfolg bedeutete erst den zweiten Münchner Sieg gegen die Scorpions in den letzten neun Jahren. John Rosenberg wollte davon nichts wissen. »Das war unser erster Sieg gegen Stuttgart. Heute.« Er glaube nicht, dass irgendjemand an 1997 denke. Das wären dann zwar sogar zwölf Jahre gewesen, aber Rosenberg schert sich nicht um Statistiken. Und er scheint damit gut zu fahren. Durch den überraschenden Sieg über den Zweiten der GFL-Gruppe Süd, schließen die Cowboys punktemäßig zum Vierten Weinheim auf. In den vier ausstehenden Partien der regulären Saison muss Rosenbergs Team noch zweimal gegen Tabellenführer Schwäbisch Hall ran – und auch zweimal gegen Weinheim. Den möglichen Einzug in die Playoffs haben die Cowboys also noch komplett selbst in der Hand.

Jan Lüdeke

Artikel vom 15.07.2009
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