Südring statt zweite S-Bahn-Stammstrecke: Haidhauser ergreifen die Initiative

Haidhausen · Geschlossene Fronten

Bei der Bürgerversammlung plädierten die Haidhauser für die Fortschreibung der Erhaltungssatzung, forderten die Verbesserung der Verkehrssicherheit oder apellierten an die Hundehalter für mehr Sauberkeit in den Grünanlagen zu sorgen. Fotos: ak

Bei der Bürgerversammlung plädierten die Haidhauser für die Fortschreibung der Erhaltungssatzung, forderten die Verbesserung der Verkehrssicherheit oder apellierten an die Hundehalter für mehr Sauberkeit in den Grünanlagen zu sorgen. Fotos: ak

Haidhausen · Es gibt eigentlich nur ein Thema, das die Gemüter der Haidhauser in diesen Tagen erhitzt – die geplante zweite S-Bahn-Stammstrecke. Durch den Bau würde der 5. Stadtbezirk über Jahre hinweg mit Baustellen überzogen und das wollen die Haidhauser mit allen Mitteln verhindern.

So steht's um die 2. S-Bahn-Stammstrecke.

Stärken und Schwächen des geplanten Autobahn-Ringschlusses

So ergriffen bei der Bürgerversammlung vergangene Woche auch mehrere Stammstrecken-Gegner das Wort. Für Ulrich Sedlaczek wäre die Verlängerung der U5 von Laim nach Pasing ohnehin die bessere Lösung als die zweite S-Bahn-Stammstrecke. Er forderte in seinem Antrag die Stadt auf, eine neue Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen. Die Südring-Trasse favorisierten Jürgen Sillem und Volker Böhm in ihren Anträgen. Eine erneute Prüfung durch neutrale Gutachter war die einhellige Forderung der beiden Haidhauser.

Ein Wunsch, der auch von der Stadtratsfraktion der Grünen bereits geäußert wurde. Sie forderten in einem Antrag ein »Expertenhearing«, bei dem erneut ein Vergleich zwischen der zweiten S-Bahn-Stammstrecke und dem S-Bahn-Südring durchgeführt werden soll. Noch im Februar soll dieses Hearing stattfinden – also noch rechtzeitig vor der nächsten Stadtratsbefassung im März.

Für die Befürworter des Südrings liegen die Vorteile dieser Variante klar auf der Hand: Der aufwändige Umbau des Ostbahnhofs würde entfallen, der Zehn-Minuten-Takt könnte realisiert werden, es würden neue Stadtviertel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen, außerdem wären die Kosten erheblich geringer.

Klar, dass auch die Bürgerinitiative »S-Bahn-Tunnel Haidhausen« diese Variante bevorzugt. Bei der Bürgerversammlung ging es Ingeborg Michelfeit, Vorsitzende der Aktion, jedoch mehr darum, den Bezirksausschuss Au-Haidhausen aufzufordern, sich »geschlossen für die Haidhauser Bürger und eindeutig gegen den Tunnel zu positionieren«. Dazu stellte die BA-Chefin Adelheid Dietz-Will (SPD) klar, dass man als Stadtteilparlament andere Aufgaben habe, als eine Bürgerinitiative. »Natürlich wollen wir lieber den Südring, deshalb müssen wir aber dennoch die aktuellen Planungen genau verfolgen«, erklärt Dietz-Will die »Doppelstrategie« des BA.

Die Vorsitzende versicherte auch, dass man sich weiter für die Fortschreibung der Erhaltungssatzung in Haidhausen einsetzen werde. Das war besonders im Sinne von Peter Martl. Der Haidhauser stellte in der Bürgerversammlung den Antrag, die Erhaltungssatzung für weitere fünf Jahre nach 2011 fortzuschreiben. »So können wenigsten Luxussanierungen verhindert werden«, meint der Bewohner des Johannisplatzes.

Meike Bürvenich ging es in ihrem Antrag um den barrierefreien Zugang zur S-Bahnstation Leuchtenbergring und die Verkehrssicherheit an der Bushaltestelle Grillparzerstraße. »Der Bürgersteig ist an der Bushaltestelle so schmal, dass man beim Aussteigen mit dem Kinderwagen schon mit einem Bein auf der Fahrbahn steht«, erklärt die Mutter von zwei Kindern. Der Antrag wurde ohne Gegenstimmen angenommen.

Zustimmung erntete auch Gisela Treibel. Sie beschwerte sich über Hundekot in den Grünanlagen und brachte es mit den Worten, die sicherlich viele Haidhauser auch beim Thema zweite S-Bahn-Stammstrecke sofort unterstützt hätten, auf den Punkt: »Es stinkt zum Himmel!« Andrea Koller

Artikel vom 27.01.2009
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