»Ein großer Tag«

Weg für Poinger Gymnasium ist frei: Kreistag entscheidet Ende Oktober

Reinhard Tonello, Gründer der Bürgerinitiative BiG, zeigt, wo das Poinger Gymnasium einmal stehen könnte – in der Bergfeldstraße, gegenüber der neuen Grundschule.	Foto: BiG Poing

Reinhard Tonello, Gründer der Bürgerinitiative BiG, zeigt, wo das Poinger Gymnasium einmal stehen könnte – in der Bergfeldstraße, gegenüber der neuen Grundschule. Foto: BiG Poing

Poing · Wenn eine Bürgerinitiative einen »großen Tag« feiert, der Bürgermeister »sehr stolz ist« und der Landrat vom bisher größten Bildungsprojekt in seinem Landkreis spricht, muss etwas Besonderes passiert sein.

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So war es auch am vergangenen Mittwoch: Im Ebersberger Landratsamt gab eine Arbeitsgruppe bekannt, dass in der Gemeinde Poing ein Gymnasium gebaut werden soll. Es wäre das fünfte Gymnasium im Landkreis Ebersberg und würde auch die umliegenden Gymnasien in Kirchheim, Markt Schwaben und Vaterstetten entlasten.

Besonders für die BiG (Bürgerinitiative für ein Gymnasium in Poing) war der Mittwoch »ein großer Tag«, wie die Initiative in einer Pressemitteilung kommentierte. Der lang erwartete Bericht der Arbeitsgruppe »Masterplan Schule« war im Ausschuss für Soziales, Familie, Bildung, Sport und Kultur des Kreistages vorgestellt worden. »Ein wirklicher Masterplan ist es geworden«, freuen sich Reinhard Tonollo, Cornelia Gütlich und Omid Atai von der BiG. Der Plan beinhalte neben vielen Investitionen in bestehende Schulen und dem Wunsch nach einem Berufsschulzentrum im Landkreis eine Empfehlung für das, was die engagierten Bürger seit vier Jahren fordern – ein Gymnasium in Poing.

Im September 2013 hatte Reinhard Tonello die Bürgerinitiative gegründet. Beim ersten Infoabend im Januar 2014 konnten zahlreiche Interessenten für die Idee eines Gymnasiums in Poing begeistert werden. Ein vom Kreistag beauftragtes Gutachten mit einer langfristigen Prognose der Schülerzahlen wurde erstellt. Das Ergebnis versprach zunächst jedoch keinen Erfolg – denn die Schülerzahlen jener Prognose rechtfertigten kein fünftes Gymnasium im Landkreis, erklärt die BiG. Zudem bestehen in den Poinger Nachbargemeinden Vaterstetten, Markt Schwaben und Kirchheim (letzteres gehört zum Landkreis München) bereits Gymnasien.

»Es wurde ruhiger um die BiG, doch aufgegeben haben wir noch lange nicht, denn Poing wächst stetig«, heißt es in der Pressemitteilung recht kämpferisch. Eine Gemeinde, die bald an die 20.000 Einwohner zählen dürfte, brauche ein eigenes Gymnasium – da ist sich die Bürgerinitiative sicher: »Egal, wieviel Gegenwind es zwischenzeitlich gab, wir blieben standhaft und setzten unseren Weg fort!«

Ein weiteres, durch die Gemeinde Poing beauftragtes Gutachten, brachte eine entscheidende Wende, da in diesem Gutachten der Bedarf für ein Gymnasium in Poing ermittelt wurde. Ende 2016 wurde schließlich im Kreistag die Einrichtung der Arbeitsgruppe »Masterplan Schule« beschlossen, die beauftragt war, ein Konzept zu erarbeiten, wie die weitere Schulentwicklung und die Investitionen im Bildungsbereich im Landkreis Ebersberg aussehen sollten. Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD), der auch im Kreistag sitzt, stand dabei von Anfang an fest hinter der Bürgerinitiative.

Jetzt muss die Empfehlung der Arbeitsgruppe am 23. Oktober im Ebersberger Kreistag abgestimmt werden. Da die fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe sich weitgehend einig ist, ist ein positives Ergebnis wahrscheinlich. »Wir machen uns berechtigte Hoffnungen, dass es angenommen wird«, meinte Landrat Robert Niedergesäß (CSU).

Wenn alles nach Plan läuft, könnte es Schlag auf Schlag gehen, skizziert die BiG: 2018 soll der Antrag an die Regierung von Oberbayern gestellt werden. 2019 würden die Planungen anlaufen, im folgenden Jahr mit dem Bau begonnen werden. Das Poinger Gymnasium könnte dann schon zum Schuljahr 2022/23 seine Türen öffnen. Es soll für 1000 Schüler ausgelegt sein und nach Kalkulation der Arbeitsgruppe rund 60 Millionen Euro kosten. red

Artikel vom 11.10.2017
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