»Politik in der Pflicht«

Feldmochinger Kurve: Aktionskreis verschickt offenen Brief an Politiker

Der Arbeitskreis »contra Bahnlärm München Nord« engagiert sich seit einiger Zeit – wie Ende April berichtet – für die Anwohnerinteressen. 	Foto: Archiv

Der Arbeitskreis »contra Bahnlärm München Nord« engagiert sich seit einiger Zeit – wie Ende April berichtet – für die Anwohnerinteressen. Foto: Archiv

Feldmoching/Lerchenau · Lärm und der Münchner Norden: Das ist eine Kombination, die hier seit einiger Zeit die Gemüter erregt.

»Aktionskreis contra Bahnlärm München Nord e.V.«
Aktionskreis contra Bahnlärm von München-Nord nach Feldmoching
»Leise Gleise« zum Schutz vor dem Lärm von erhöhtem Zugverkehraufkommen

Der Verein »Aktionskreis contra Bahnlärm München Nord e.V.« (A.c.B.) hat sich nun in einem offenen Brief an zahlreiche Politiker der Stadt München, des Landes und des Bundes gewandt und von ihnen eine konkrete Aussage gefordert, wie die Anwohner des Güterzuggleises durch die Lerchenau und Feldmoching gegen die Zunahme des Lärms geschützt werden sollen.

Verfünffachung des Zugvolumens befürchtet

Durch die in den nächsten Jahren geplanten Ausbaumaßnahmen im Güterzugverkehr – Lückenschluss der Feldmochinger Kurve, Ausbau des Ostkorridors, Eröffnung des Brennerbasistunnels – und durch die Forderung, die Strecke zusätzlich für Personenzugverkehr zu nutzen, sei eine Verdopplung bis hin zu einer Verfünffachung des heutigen Zugvolumens zu befürchten, heißt es vom Aktionskreis. »Weder von der Stadt noch von der Bahn oder vom Eisenbahnbundesamt haben die Anwohner bisher eine verlässliche Aussage über die prognostizierte Zuganzahl erhalten.«

»Die Wiederinbetriebnahme der Feldmochinger Kurve führt nicht zu einer Zugmehrung, sondern nur zu einer Verlagerung und Beschleunigung«, sagte ein Bahnsprecher kürzlich dieser Zeitung. Die Feldmochinger Kurve ist primär dazu da, Güterzüge direkt aus Richtung Regensburg / Landshut auf den Nordring überzuleiten, ohne dass die Züge einen Umweg mit Wechsel der Fahrtrichtung im Rangierbahnhof machen müssen. Für die Planung gehe man von 18 Güterzugverbindungen bis 2025 aus, die über die Feldmochinger Kurve fahren könnten. Diese Zahl stammt aus dem Bundesverkehrswegeplan des Bundes.

Während der Münchner Südring umfangreichen Lärmschutz erhalten hat und durch die jetzt geplanten Maßnahmen zudem deutlich entlastet würde, existiere entlang der Strecke im Norden keinerlei Lärmschutz, obwohl viele Wohnhäuser nur wenige Meter vom Gleis entfernt stehen, kritisiert der Aktionskreis. »Die Bahn beruft sich auf Bestandsschutz und hat keine Schutzmaßnahmen geplant. Die Anwohner fühlen sich von der Politik allein gelassen«, heißt es weiter.

Stadtrat und Landtag hatten sich dafür ausgesprochen, München als Knoten im Güterbahnverkehr zu fördern. »Und wir sollen das ausbaden?«, fragt Stefanie Bartle, erste Vorsitzende des A.c.B. »Die Stadtverwaltung sollte bereits vor über einem Jahr, im Mai 2015, dem Stadtrat über die Möglichkeiten des Lärmschutzes für die Anwohner im Zusammenhang mit der Reaktivierung der Feldmochinger Kurve berichten. Bis heute Fehlanzeige. Will die Stadtverwaltung mit einer Antwort warten, bis die Maßnahme genehmigt und es für Lärmschutz für uns betroffene Anwohner endgültig zu spät ist?«, kritisiert Bartle. Denn: Bereits im Herbst diesen Jahres solle laut Eisenbahnbundesamt das entsprechende Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden, heißt es weiter in dem Brief.

Man sei mit der Deutschen Bahn in Kontakt, um die nötigen Daten und Zahlen zu erhalten, teilte Thorsten Vogel vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung auf Anfrage mit. Noch liege hier aber einfach nichts vor.

Mit dem offenen Brief wolle der Verein nun bewirken, dass sich die Verantwortlichen mit dem nötigen Schutz befassten und Entscheidungen im Sinne der Anwohner träfen. Angeschrieben wurden neben Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auch Vertreter aus Landtag und Bundestag, darunter Johannes Singhammer (CSU), MdB; Joachim Unterländer (CSU), MdL und Diana Stachowitz (SPD), MdL.

Der offene Brief ist auf der Webseite des Vereins www.bahnlaerm-muenchen.de/aktuelles einzusehen. Dort sollen dann auch die Antworten der Politiker veröffentlicht werden. ch

Artikel vom 08.06.2016
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