Suedost-Kurier D

Q SCHLIERSEE · Jetzt kommt der Herbst in großen Schritten! Die Natur verändert sich gerade besonders schnell und bereitet sich auf den Winter vor. Die Blätter färben sich und ab und zu bläst schon der Herbstwind. Mit der richtigen Kleidung lässt sich auch diese Zeit des Jahres wunderbar draußen genießen. Aber es wird natürlich schon deutlich schneller dunkel und wenn dann nächste Woche die Zeit umgestellt wird verstärkt sich dieser Effekt erneut. Es heißt ja, dass die Uhren in Bayern ein bisschen anders gehen, aber warum drehen wir denn den Zeiger gleich eine ganze Stunde zurück? Also gleich vorweg, es betrifft natürlich nicht nur Bayern! Über 70 Länder weltweit stellen die Uhren um. Die Idee wurde angeblich schon im 18. Jahrhundert zum ersten Mal diskutiert, aber schnell wieder verworfen. Insgesamt gab es damals von Haus aus in ganz Europa viele unterschiedliche Zeiten. Man richtete sich in der Regel nach dem Höchststand der Sonne, um die Mittagsstunde zu bestimmen. Dass dies in Prag zu einer anderen Zeit ist als weiter westlich in Paris, liegt auf der Hand. Erst mit zunehmender Verbreitung der Eisenbahn, die einem festen Fahrplan folgte, waren einheitliche Zeiten plötzlich wichtig. Man wollte ja schließlich seinen Zug nicht verpassen! Aber kaum hatte man eine einheitliche Zeitzone, nahm die Diskussion einer Sommer- und Winterzeit im 19. Jahrhundert wieder Fahrt auf. Ich habe Ihnen an dieser Stelle schon öfter von den gesellschaftlichen Umbrüchen auch auf dem Lande berichtet, die die Industrialisierung verursachte. Und einer davon war, dass man das Leben weniger nach Gang der Sonne richtete, sondern nach dem Takt der Fabriken. Um künstliches Licht zu sparen, so der Gedanke, könnte man doch einfach die Tageszeit verschieben. Mit dem Ersten Weltkrieg wurde dann die Notwendigkeit, Energie zu sparen, so groß, dass Deutschland und Österreich 1916 zum ersten Mal eine Sommerzeit einführten. Sie sehen, die Zeitumstellung ist eigentlich eine recht junge Geschichte. Jetzt heißt es also, am 25. Oktober daran zu denken, die Uhr eine Stunde zurückzudrehen. Nicht, dass Sie noch vor der Öffnung unseres Freilichtmuseums vor verschlossenen Türen stehen. Apropos, unserem Uhrmacher können Sie jeden dritten Samstag im Monat bei der Arbeit über die Schulter schauen, wie er historische Uhren wieder in Gang setzt. Viele andere historische Handwerker können Sie übrigens an diesem Wochenende beim traditionellen Handwerkermarkt erleben, der wie immer an Kirta statt"ndet. Besuchen Sie uns im Herbst im altbayerischen Dorf, egal ob zu Kirta, der Leonhardifahrt oder einfach so unter der Woche. Genießen Sie die ganz natürliche Zeitumstellung, die jetzt draußen stattfindet. Und ganz ehrlich, wenn Sie inmitten der Schlierseer Berge das Farbenspiel der Blätter genießen oder sich in unserem altbayerischen Wirtshaus »Zum Wofen« mit allerhand frischen Schmankerln verwöhnen lassen, spielt es eh keine Rolle, ob die Uhr eine Stunde früher oder später anzeigt. Ich freue mich auf Ihren Besuch! Hoamat Bayern Am 8. November ist Leonhardifahrt! Besuchen Sie uns am letzten Saisontag bei freiem Eintritt und bestaunen Sie die prächtig geschmückten Pferde . Foto: Markus Wasmeier Ihr Die exklusive Kolumne von Markus Wasmeier, Skiheld und Sympathieträger. Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum be"ndet sich am Südufer des Schliersees auf einer Fläche von über 60.000 Quadratmetern. Um dem bäuerlichen Alltag des 18. Jahrhunderts neues Leben einzuhauchen, wurden dreizehn historische Gebäude aus dem Oberland detailgetreu restauriert und auf dem Museumsgelände wieder aufgebaut. Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee Brunnbichl 5, 83727 Schliersee Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 Uhr bis 17 Uhr. Infotelefon 0 80 26/9 29 22-0, Reservierungen unter 0 80 26/9 29 22-22 www.wasmeier.de www.facebook.com/wasmeier Zeitumstellung im Oktober Die Tage werden kürzer Den Herbst im Museum genießen. Fotos: Markus Wasmeier Zeitumstellung nicht vergessen! Foto: S. Schlagenhaufer 6 Verlags-Sonderveröffentlichung

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