»60 Jahre Ludwigsfeld« lässt eine neue Ausstellung der Münchner Volkshochschule, Blodigstraße 4, revuepassieren. Sie wird am Mittwoch, 19. Juni, um 18 Uhr eröffnet.
Die neue Ausstellung in der VHS-Galerie 2411 dokumentiert die Entwicklung vom KZ-Außenlager zur Wohnsiedlung Ludwigsfeld. Die Entstehung der Siedlung Ludwigsfeld am nördlichen Münchner Stadtrand nach den Straßennamen auch »Kristallsiedlung« genannt ist untrennbar mit der Geschichte der Firma BMW verbunden. Diese betrieb auf dem Gelände zwischen 1943 und 1945 ein Barackenlager, das als »KZ-Außenlager Allach« zum KZ Dachau gehörte.
Nach dem Krieg entstand dort ab 1952 die Siedlung Ludwigsfeld, in der vorwiegend »Displaced Persons« untergebracht wurden ehemalige Zwangsarbeiter und andere Menschen, die durch den Krieg heimatlos geworden waren, die meisten von ihnen aus Osteuropa. Sie und ihre Nachkommen bilden bis heute den Kern der Ludwigsfelder Bewohner. An das Lager erinnert außer einer Gedenktafel nichts mehr, lediglich zwei Gebäude stehen unter Denkmalschutz.
Zur Vernissage am 19. Juni wird erstmals öffentlich ein Film gezeigt, den US-Truppen bei der Befreiung des Lagers am 30. April 1945 aufnahmen. Bisher konnte nur vermutet werden, dass ein solcher Film existiert, dem Ausstellungsmacher Klaus Mai ist es jetzt gelungen, das seltene Filmdokument bei seiner Recherche aufzuspüren. Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Kulturhistorischen Verein Feldmoching auf dem Gfild e.V. und Gegen Vergessen für Demokratie e.V., Regionale Arbeitsgruppe München, gezeigt.