Vor sechs Jahren hattte das Ehepaar Gertraud und Klaus-Peter Schubert eine Hachinger-Bach-App erstellt. Jetzt haben sie ein Update lanciert, das viele neue, spannende Infos, viele Audio-Dateien und Bilder liefert. Das ganze gibt es kostenlos zum Download in allen App-Stores. Die App wurde finanziert von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen, die Arbeit, die in der App steckt, hat das Unterhachinger Ehepaar kostenlos erbracht. „Seit mehr als 30 Jahren beschäftigen wir uns mit dem Hachinger Bach und versuchen nach und nach allen seinen Geheimnissen auf die Spur zu kommen”, erklärte Gertraud Schubert.
Die App selber gliedert sich in mehrere Teile auf, die Wissenswertes rund um den Bach und das Unterhachinger Heimatmuseum präsentieren. Neben einer kurzen Führung durch das Heimatmuseum, das auch eine begehbare Bachkarte enthält, gibt es eine Wanderung von der Quelle des Baches, die in Aufhofen liegt bis hin zum Ismaninger Speichersee, in dem der Hachinger Bach schließlich mündet. Die Wanderung ist aufgrund ihrer Länge in mehrere Abschnitte unterteilt, genauer gesagt in drei Etappen, damit am Ende niemand von der Strecke, die er zurücklegen muss, überfordert wird. Immerhin ist der Bach mehr als 33 Kilometer lang.
Teil 1 beschreibt den Bachverlauf von der Quelle in Aufhofen und seinen Weg bis nach Oberhaching. Der zweite Teil startet in Oberhaching und führt den Zuhörer bis nach Berg am Laim, wo der Bach im Erdreich versickert. Der 3. Teil beginnt in Berg am Laim und folgt dem Hachinger Bach bis zum Ismaninger Speichersee.
Weitere Kapitel widmen sich der Tier- und Pflanzenwelt, die man rund um den Hachinger Bach zahlreich findet. Darüber hinaus verrät dieses Kapitel an welchen Stellen früher einmal Mühlen gestanden haben, die früher mittels Wasserkraft ihre Dienste taten. Ein weiteres Kapitel ist speziell für Kinder konzipiert. Hier erzählen Biber und Bach-Ratz kindgerecht über das Leben am Hachinger Bach. Alle Kapitel sind reich bebildert und mit kleinen Hörspielen bestückt. Zudem findet man darin Texte, die die wichtigsten Fakten rund um den Hachinger Bach anschaulich zusammenfassen. Die Zahl der Hörbeiträge wurde erweitert und auch viel Wissenswertes aus der Region ergänzt. So wird beispielsweise die Bedeutung der Grünflächen zwischen der Stadtgrenze und dem Landkreis für die Frischluftzufuhr für die Münchner anschaulich erklärt. „Was man kennt und versteht, das schützt man”, erklären die beiden engagierten Umweltfreunde ihr Engagement.
Darüber hinaus bietet sich die App auch als Ausflugsplaner für die ganze Familie an, sind sich Getraud und Peter Schubert sicher.
Spannendes zum Hachinger Bach: Der Hachinger Bach ist aber nicht erst heute in den Fokus des Interesses gerückt. So siedeln sich rund um den Hachinger Bach seit etwa 10.000 Jahren Menschen an. Im Norden Truderings kam es seit jeher regelmäßig zu Überschwemmungen durch das Wasser des bei Berg am Laim versickenden Hachinger Bachs.
Bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet durch die Vertiefung von Bächen und Neuanlagen von Gräben teilentwässert. Die Verläufe und Namen der Bäche und Gräben in diesem Gebiet veränderten sich im Lauf der Jahrzehnte mehrmals. Heute heißt der Bach Truderinger Hüllgraben (ursprüngl. Hierlgraben). Er beginnt in Kirchtrudering gegenüber der Kirche. Der Truderinger Graben mündet in Daglfing in dem zum Hüllgraben umbenannten Hachinger Bach.
Während der Hachinger Bach weitestgehend in einem künstlichen Bachbett durch Perlach und weiter am westlichen Rand des Ostparks entlang fließt, versickert er in Berg am Laim in etwa der Mitte der Kampenwandstraße, nachdem er aus dem Ostpark kommend die Heinrich-Wieland-Straße unterquert hat. Er fließt ab dem Einlaufbauwerk unterirdisch durch eine Betonröhre bis zum sogenannten Hüllgraben, einem künstlich angelegten Kanal, der am Zamdorfer Gleisdreieck beginnt. Von dort geht es wieder oberirdisch weiter zum sogenannten Abfanggraben, der zwischen Johanneskirchen und Aschheim liegt. Noch viel mehr Spannendes rund um den Bach, auch was Flora und Fauna betrifft, findet man auf der App.