Spitzenreiter der Squash-Liga treten gegeneinander an

Deisenhofen · Spannendes Derby

Das Taufkirchener Quartett ist der Favorit: (v. l.) Sina Wall, Kathrin Rohrmüller, Lisa Sedlmeier und Astrid Kern beim Derby am Wochenende. Foto: N. Bauer

Das Taufkirchener Quartett ist der Favorit: (v. l.) Sina Wall, Kathrin Rohrmüller, Lisa Sedlmeier und Astrid Kern beim Derby am Wochenende. Foto: N. Bauer

Deisenhofen · Drei Kilometer liegen Deisenhofen und Taufkirchen auseinander und am kommenden Samstag blickt die ganze deutsche Squashszene auf die beiden Münchner Vororte. In der Damen-Bundesliga empfängt der SC Deisenhofen die Squash-Insel Taufkirchen (14.00 Uhr, Sportpark, Grünwalder Straße 39) zum Derby, in dem der erste Finalist um die deutsche Meisterschaft ermittelt wird.

Mit 7:3 Punkten ist Deisenhofen der Tabellenführer der 1. Bundesliga, doch der gefühlte Spitzenreiter ist Taufkirchen, das 6:0 Zähler und zwei Spiele weniger hat. Die beiden Münchner Vorortclubs haben ihr der Gruppe mit fünf Clubs nach hinten schon etwas Luft auf Niederrhein (4:6) und Hünxe (3:5). Deshalb stehen die Chancen gut, dass beide Nachbarn auch nach der Punktrunde auf den ersten beiden Plätzen stehen und dann das Finale um die deutsche Meisterschaft bestreiten. Die Verantwortlichen auf beiden Seiten sind sich einig, dass der Sieger des Squash-Derbys sein Ticket für das Finale schon sicher hat. Rein statistisch ist Taufkirchen der deutliche Favorit, denn die Squash-Insel hat mit 6:0 Punkten und 12:0 Matches eine unglaubliche Bilanz. Auch schon das Hinspiel gegen Deisenhofen endete 4:0. Der Bundesliga-Verantwortliche Rudolf Rohrmüller sieht das zweite Derby nicht als Selbstläufer. Er verweist auf zwei knappe Matches im ersten Duell »und dann kann so etwas schon auch einmal Unentschieden ausgehen«.

Viel mehr als ein 2:2 traut er Deisenhofen aber nicht zu mit Blick auf sein starkes Team. »Wie man gewinnt, ist auch egal«, sagt er zur Siegesserie. Er betrachtet das Derby mehr als Spitzenspiel, in dem sein Club mit der Endspielteilnahme das erste Saisonziel erreichen kann. Das heißt aber nicht, dass der Squash-Klassiker Deisenhofen gegen Taufkirchen kein Derby ist. »Wir verlieren ungern«, sagt der Deisenhofener Trainer Uli Brennstuhl, »und die verlieren so ungern, dass sie uns nach der letzten Niederlage gleich die Sina Wall abgekauft haben«. Die Spielerin wechselte vor dieser Saison von Deisenhofen nach Taufkirchen. »Dieses Match hat richtigen Derbycharakter«, sagt Brennstuhl. Auch er betont, dass der 0:4-Untergang auf der Squashinsel im Nachbarort nicht so klar war, wie es sich liest. »Das war eine Frage von ein paar Bällen«, betont der Coach. Er weiß aber auch, dass eine zweite Derbyniederlage kein Beinbruch auf dem Weg ins Finale wäre. In der Squashhalle kämpft Deisenhofen um den Derbysieg und außerhalb geht es um das Überleben.

Noch immer ist nicht sicher, was mit der Halle an der Grünwalder Straße passiert. Eine Zwangsversteigerung im Dezember brachte kein Ergebnis. Die Gemeinde hatte bereits ein Kaufinteresse, aber finanziell ist keine Lösung in Sicht. Die Gemeinde Oberhaching hat in der nahen Zukunft auch nicht die finanziellen Mittel für die Sicherung der Squashhalle aufgrund der Grundschulsanierung. Uli Brennstuhl weiß, dass es weiterhin möglich ist, dass der Verein von heute auf morgen aus der Halle heraus müsse. Für den Fall hat man eine Übergangslösung in der Hinterhand, um zumindest die Saison zu Ende zu spielen. Eine langfristige Lösung für den Super-Gau des Auszugs gibt es aber derzeit nicht.

Nico Bauer

Artikel vom 21.01.2009
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