Ab 26. Februar Bilderverkauf für die „Mau Yee“

München - Droht Friedensschiff das Aus?

In Not: die Friedensdschunke „Mau Yee“.Foto: Privat

In Not: die Friedensdschunke „Mau Yee“.Foto: Privat

Die Sonne geht auf über dem Hafen von Portoroz in Kroatien, der Himmel ist wolkenlos, es weht eine sanfte Brise. „Wunderbar, wir können die Anker lichten“, seufzt der Kapitän Hannes Schacht zufrieden und auf seinem gelben T-Shirt blähen sich über dem Bauch die roten Segel der „Mau Yee“.

Die chinesische Dschunke „Mau Yee“, was frei übersetzt „Münchner Freiheit“ heißt, gehörte einst Rupprecht Gerngroß, Anführer der „Freiheitsaktion Bayern“, der die Münchner Bevölkerung kurz vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen zum Widerstand gegen die Nazis aufgerufen hatte und damit die Zerstörung Münchens verhinderte. Gerngroß ließ die Dschunke in den 1960er Jahren in Hongkong bauen und in die Adria bringen.

In den 80er Jahren erwarb der ehemalige Bildhauer Hannes Schacht die Dschunke, zunächst als Surferbasis für Touristen. Als jedoch der Jugoslawienkrieg ausbrach, initiierte er in München eine große Spendenaktion und brachte Hilfsgüter in die Flüchtlingslager an der Adria. Bei der dortigen Bevölkerung wurde die Dschunke bald zum Symbol für Frieden und Völkerverständigung. Seitdem setzt Schacht die humanitäre Idee fort und bemüht sich vor allem um die Zusammenarbeit und das Zusammentreffen internationaler Jugendgruppen. Die Stadt München hat bereits die „mit Frieden und Völkerverständigung verbundene Geschichte der Mau Yee“ gewürdigt und das Schiff 1999 unter ihre Schirmherrschaft genommen.

Doch jetzt ist die Mau Yee in Seenot geraten. „Das Schiff müsste dringend überholt werden, die Segel erneuert, und ein neuer Motor, der nicht mehr so stinkt, wäre auch schön“, erklärt der Kapitän.

Von der Geschichte der Mau Yee beeindruckt sagte Klaus Banner, Center-Manager des Neuperlacher Einkaufs-Centers pep, sofort seine Hilfe zu. In einer einwöchigen Benefizaktion ab 26. Februar im pep soll nun Geld für die Dschunke gesammelt werden, durch den Verkauf von Bildern, die Schüler der Bayerischen Akademie für Außenwirtschaft, eine UNESCO Projektschule in München, zusammen mit Kindern einer anderen UNESCO Projektschule in Slowenien gemalt haben.

Für die Aktion im pep wurde eigens ein vier Meter langes Modell der Mau Yee angefertigt, das auf dem pep-Vorplatz in einem großen Wasserbassin schwimmen wird. Ab 1. März informiert im Rahmen des „Münchner Reisemarkt“ im pep ein Stand über die bisherigen Aktionen der Dschunke, ihre Geschichte und zukünftige Planungen. Dort können auch Urlaubsreisen ab Ostern auf dem Schiff gebucht werden. Von Sybille Föll Nähere Infos auch im Netz unter www.mau-yee.de.

Artikel vom 22.02.2007
Auf Facebook teilen / empfehlen Whatsapp

Weiterlesen





Wochenanzeiger München
 
Kleinanzeigen München
 
Zeitungen online lesen
z. B. Samstagsblatt, Münchener Nord-Rundschau, Schwabinger-Seiten, Südost-Kurier, Moosacher Anzeiger, TSV 1860, ...