Ben Kweller gilt als der „Mozart des Indie-Rock“

München - Erwachsenes Wunderkind

 Ben Kweller, Indie-Wunderkind aus Texas, spielt im Atomic Café. Foto: VA

Ben Kweller, Indie-Wunderkind aus Texas, spielt im Atomic Café. Foto: VA

Musikalische Wunderkinder sind meistens weißgelockte Österreicher, die im Alter von acht Jahren Sonaten für Klavier und Violine, mit neun erste Sinfonien und mit zwölf erste Opern komponieren. Oder ehrgeizige Japanerinnen, die blutige Finger vom Spielen haben und kaum über die Tasten ihres unbezahlbaren Flügels schauen können.

Ben Kweller aus Texas wurde von Musikkritikern ebenfalls als Wunderkind gefeiert: weil er so schöne Indie-Rock-Melodien schuf. Jetzt ist er 26 – und arbeitet immer noch am großen Durchbruch.

Bereits mit sieben Jahren konnte Ben Kweller Schlagzeug spielen, mit neun schrieb er die ersten eigenen Songs auf dem Klavier und mit elf beherrschte er die Gitarre. Als Teenie hatte er bereits mehrere Bands am Start und heimste mit der Punk-Band »Radish« sogar einen Major Deal ein: Immerhin wurden die Jungs eine Weile lang als Nachfolger von »Nirvana« gehandelt. Bens Stimme nämlich kann so authentisch angsterfüllt und gequält klingen, wie sonst nur die von Kurt Cobain höchstpersönlich.

Doch die Zeit des Grunge-Sounds war um, »Radish« löste sich in den späten Neunzigern auf – und Ben startete eine wunderbare Solokarriere: Sein Debüt »Sha Sha« ist mit wunderschönen, reinen Melodien vollgepackt, für die ihm die Kritiker am liebsten den Heiligenschein des Indierock aufgesetzt hätten. Und auch mit »On my way«, Bens 2004-er-Album, hatte er die Herzen aller guten Popfans geflickt.

Das neue, diesjährige Werk heißt »Ben Kweller« – und der Rotschopf singt im Stile der siebziger Jahre »I want to Rock’n’Roll«. Alle Instrumente vom Klavier bis zur Triangel hat er hierfür selbst eingespielt, die Texte sind noch tiefschürfender als auf den Vorgängerwerken. Was nicht erstaunt, denn immerhin ist das Wunderkind inzwischen 26 Jahre alt, mittlerweile selbst Vater, es hat ein paar Erfahrungen mehr auf dem Buckel und viel von der Welt gesehen. Und wer weiß: Vielleicht erobert er jene mit dem neuen Werk vollends. Am Samstag, 11. November, ist Ben Kweller ab 22 Uhr im Atomic Café zu Gast. Von Nadine Nöhmaier

Artikel vom 09.11.2006
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