Wenn die Gassirunde zur Qual wird

Deutschland · Gefahren im Sommer

So macht der Sommer dem Vierbeiner Spaß: ein Spaziergang am Abend mit einem kühlen Fußbad im Bach. Foto: ek

So macht der Sommer dem Vierbeiner Spaß: ein Spaziergang am Abend mit einem kühlen Fußbad im Bach. Foto: ek

Deutschland · Wer möchte im Sommer ohne Schuhe aber in einer warmen Jacke über die Teerstraße laufen? So dürften sich die armen Hunde fühlen, die in der prallen Sonne ihre Gassirunden drehen müssen.

Ein Hundehalter, der in der Mittagszeit bei Temperaturen weit über 20 Grad per Fahrrad mit seinem Hund unterwegs ist, erregt Empörung. "Der zieht den erschöpften Labrador den Berg hinauf, während er den Fahrtwind auf seinem Radl genießt", sagt eine Beobachterin. Sie hat den Hundehalter schon zweimal angesprochen, aber "der verträgt das schon und Sie geht das gar nix an", war die lapidare Antwort. Sie überlegt sich nun, ihn wegen Tierquälerei anzuzeigen.

Kreislaufkollaps und verbrannte Pfoten

Der Grat zwischen Wohlfühltemperatur und Hitze bei Hunden ist recht schmal. Und natürlich macht es einen großen Unterschied, ob man einen gemütlichen Spaziergang durch den schattigen Wald macht oder seinen Vierbeiner in der prallen Sonne über den Radweg hetzt. Also daran denken: Jeden Meter, den der Mensch entspannt radelt, muss der Hund aus eigener Kraft laufen.

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Hunde können ihre Körpertemperatur nur durch Hecheln regulieren und nicht wie wir Menschen durch Schwitzen. Darum wird es auch schnell gefährlich für Herz und Kreislauf, wenn Hunde überhitzen.

Klettern die Temperaturen Richtung 30 Grad, wird Asphalt extrem heiß. Es drohen Verbrennungen dritten Grades, wenn die Hundepfoten darüber laufen müssen. Jeder kann das selber testen, wenn er den Handrücken auf die Straße drückt. Muss man die Hand nach wenigen Sekunden zurückziehen, ist der Untergrund auch für Hundepfoten zu heiß.

Abkühlung – aber richtig

In Haus, Garten oder auf dem Balkon brauchen Hunde kühle Schattenplätze, auf die sie sich zurückziehen können. Viele Hunde lieben kleine Planschbecken, andere legen sich gerne auf spezielle Kühlmatten. Es muss auch immer genügend frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Niemals sollte man seinen Hund in nasse Handtücher einwickeln. Hierunter kann sich die Hitze stauen, was für den Hund schnell gefährlich werden kann. Auch kühlende Westen oder Halskrausen sind nicht zu empfehlen. Eine Kühlmatte kann das Tier selbstständig verlassen; werden jedoch Kühlwesten oder -krausen zu kalt, gibt es kein Entrinnen bis sie der Besitzer wieder abnimmt.

Ein Bad im See, im Bach oder im Fluss erfrischt viele Vierbeiner effektiv. Hier ist der Besitzer für die Sicherheit verantwortlich: Es gilt, darauf zu achten, dass der Hund nicht zu weit hinausschwimmt, in eine Strömung gerät oder sich am Ufer verletzen kann.

Weitere Infos und Tipps findet man zum Beispiel auch unter den Adressen www.tasso.net oder www.tierschutzbund.de

Christl Horner-Kreisl

Artikel vom 10.07.2024
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