Hilfe für die Ärmsten

Ärztliche Versorgung für obdachlose Menschen im Landkreis Freising

Die Initiatoren vor ihren einsatzbereiten Medmobil: Peter Aicher, Dr. Odo Weyerer, Thomas Bihler und Irmgard Schiffer (von links). Foto: Kasper Communications

Die Initiatoren vor ihren einsatzbereiten Medmobil: Peter Aicher, Dr. Odo Weyerer, Thomas Bihler und Irmgard Schiffer (von links). Foto: Kasper Communications

Freising · Ärztliche Versorgung gibt es im Landkreis Freising zukünftig auch für wohnungslose Menschen. Die Idee kommt vom Freisinger Hausarzt Dr. Odo Weyerer. „Mit unserem Medmobil wollen wir es möglich machen, dass auch wohnungslose, nicht krankenversicherte Menschen ordentlich medizinisch versorgt werden. Und zwar unentgeltlich“, erklärt der Freisinger Arzt.

Das Medmobil, ein voll ausgestatteter Krankentransportwagen, wird mehrmals pro Woche unterwegs sein und gezielt Orte im Freisinger Landkreis anfahren, an denen sich Obdachlose aufhalten. Dort bietet das Ärzteteam den Menschen dann unter anderem Wundversorgung, Notfallbehandlung und kleinere ambulante Eingriffe an. Auch Impfungen seien denkbar, so Weyerer. „Es geht uns vor allem darum, die ärztliche Versorgung der nicht versicherten Obdachlosen zu sichern. Bei Bedarf sorgen wir dafür, dass Menschen, die Behandlung brauchen, in ein Klinikum oder eine Arztpraxis gebracht werden“, erklärt er.

Unterstützung für das Projekt fand Dr. Odo Weyerer bei der Freisinger Wärmestube, Thomas Bihler vom Flughafenverein München, dem Rotary Club München Flughafen und der Aicher Ambulanz Union. Zuletzt genannte finanzierte einen voll ausgestatteten Krankentransportwagen im Wert von rund 40.000 Euro und stellt diesen nun als Medmobil zur Verfügung. Peter Aicher, Geschäftsführer der Aicher Group, erklärt: „Wir freuen uns, dass wir das Medmobil hier im Landkreis Freising unterstützen können.“ Als lokal verbundenes Unternehmen sei es wichtig, etwas für die Menschen vor Ort zu tun, so Aicher weiter. „Das Medmobil ist direkte Hilfe am Menschen.“

Das unterstützt auch Thomas Bihler, Vorsitzender vom Flughafenverein München, gern. Der Flughafenverein München sorgt für die Ausstattung des Krankentransportwagens mit Masken, Verbandsmaterialien und medizinischem Material. Thomas Bihler erzählt: „Als mein Freund Odo mir von seiner Idee erzählte, war ich sofort dabei und fragte: Was kann ich tun?“ Unter anderem stellte Bihler auch den Kontakt zur Freisinger Marketingagentur Kasper Communications her. Das kreative Team rund um Anna Wittke und Michi Kasper unterstützt das Projekt in Marketing und Kommunikation.

Schon bald wird das Medmobil durch den Landkreis Freising touren und wohnungslose Menschen ambulant medizinisch versorgen. Alle Obdachlosen, die mehr Unterstützung brauchen, finden diese in der Freisinger Wärmestube in der Vimystraße 3. Die Wärmestube wurde bereits 1987 ins Leben gerufen. Hier bekommen Obdachlose ein warmes Mittagessen, können die sanitären Anlagen nutzen und den Tag verbringen. Außerdem berät das Team vor Ort wohnungslose Menschen in schwierigen Lebenslagen und vermittelt weiter an Ärzte, Behörden oder Beratungsstellen. „Dass wir mit der Freisinger Wärmestube zusammenarbeiten, macht absolut Sinn“, sagt Thomas Bihler. Mit dem Medmobil könne man akut helfen, weitere Unterstützung gebe es dann in der Wärmestube oder in den Hausarztpraxen vor Ort. Zu den ansässigen Ärzten bringe man jene Wohnungslose, die weitere medizinische Versorgung benötigen, erklärt Dr. Odo Weyerer.

Spenden erwünscht
Wer das Medmobil unterstützen möchte, kann das mit einer Geld- oder Sachspende an den Flughafenverein München tun (IBAN: DE12 7005 1995 0000 9663 33, Spendenzweck: Medmobil). Mehr über das Medmobil erfahren Interessierte unter www.das-medmobil.de

Artikel vom 27.10.2021
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