"Schee is scho": Der Erholungsort Glonn stellt sich den Lesern vor

Glonn · Marktgemeinde und Erholungsort

Glonn ist ein lebenswerter staatlich anerkannter Erholungsort im südlichen Landkreis Ebersberg. Foto: Stefan Dohl

Glonn ist ein lebenswerter staatlich anerkannter Erholungsort im südlichen Landkreis Ebersberg. Foto: Stefan Dohl

Glonn · Der Erholungsort Glonn liegt idyllisch eingebettet im Glonntal, einem ehemaligen Schmelzwassertal des früheren Inngletschers und ist von bewaldeten Hügeln umgeben. Im Süden bestimmt die Kette der Bayerischen Alpen den Horizont.

Die fließenden Gewässer Glonn, Kupferbach und Schrankenbach (Donisbachl) haben ihre Quellen im Glonner Gemeindegebiet. Zum Teil auf der Gemeindeflur liegen insgesamt vier Landschaftsschutzgebiete: Kupferbachtal und Umgebung, Toteiskessellandschaft Kastenseeon, Schutz des Kitzelsees und seiner Umgebung sowie Steinsee, Moosach, Doblbach, Brucker Moos und Umgebung.

Eine frühgeschichtliche Besiedelung ist durch eine Anzahl von Funden aus der Jungsteinzeit, u. a. einer Wohngrube sowie von Waffen und Schmuck, nachgewiesen. Der Name des Ortes leitet sich von der keltischen Bezeichnung des Flusses „Glana“ – die Klare – ab. In Traditionsnotizen des Bischofs von Freising ist Glonn erstmals im Jahr 770 als „Glan“ ausgewiesen; dies wird als ältester Beleg für die Ortsgründung angesehen. Im 16. Jahrhundert färbte sich der Name lautlich über „Glon“ zum heutigen „Glonn“. Seit 1901 wird Glonn als Marktgemeinde geführt. Schon seit 1908 gibt es in Glonn Elektrizität, erzeugt durch eigene Elektrizitätswerke mit Wasserkraft in ehemaligen Mühlen. 1914 war bereits etwa die Hälfte der Glonner Wohnhäuser elektrifiziert. Der Ort Glonn wandelte sich von einem landwirtschaftlich, von wenig Handwerk geprägten Dorf in ein modernes Kleinzentrum mit Handwerk und Handel für die umliegenden Gemeinden. Die Landwirtschaft ist stark zurückgegangen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Besiedlungsstruktur Glonns von der Eingliederung der eintreffenden Heimatvertriebenen, Ausgebombten und Evakuierten bestimmt, die schließlich mehr als ein Drittel der Bevölkerung stellten. Eine umfangreiche Bautätigkeit setzte ein. 1959 war die Einführung von Straßennamen notwendig, die bisher vergebenen Hausnummern reichten nicht mehr aus. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 3.680 auf 5.276 um 1.596 Einwohner bzw. um 43,4 Prozent. Wiederholt kam es in Glonn zu Überschwemmungen. Die schwerste traf den Ort im August 2002.

Eine Volksschule (Grund- und Hauptschule) in Glonn sorgt für die Ausbildung der Grundschüler in den ersten vier Schuljahren und für die Vorbereitung auf das Berufsleben in weiteren fünf Jahrgangsstufen. Hier kann die Vorbereitung und Prüfung zum qualifizierenden Hauptschulabschluss abgelegt werden. Rund 40 Lehrer unterrichten die etwa 450–500 Schüler. Die Einrichtungen des Mädcheninternats im Kloster der „Guten Hirtinnen“ auf Schloss Zinneberg umfassen mehrere spezielle Angebote, von der Sozialpädagogischen Fördergruppe für Grundschülerinnen über die Erziehungshilfe (5. bis 9. Klasse) mit der Möglichkeit zur individuellen Lernförderung bis zu Berufsvorbereitungsjahren und der Berufsschule für verschiedene vorrangig hauswirtschaftliche Berufe.

Die Umgebung bietet Wander- und Radwege, bei ausreichend Schnee betreibt der Wintersportverein eine Langlauf-Loipe mit Flutlicht, die zwei kleinen Lifte an der Finkenhöhe werden von Skiläufern genutzt. Um den Ort befinden sich zudem Badeseen. Das Glonner Gemeindegebiet wird von den Kreisstraßen EBE 13 und EBE 14 sowie die Staatsstraßen St 2079 und St 2351 durchquert. Die Anbindung an die Nachbarorte ist mit mehreren Buslinien gewährleistet, die auch zu den S-Bahnlinien S4 und S7 nach Zorneding und Höhenkirchen-Siegertsbrunn führen.

Ab 1894 hatte die Lokalbahn Grafing Bahnhof–Glonn ihren Endpunkt in Glonn, sie wurde 1970 aufgrund mangelnder Fahrgastzahlen im Personenverkehr und 1971 im Güterverkehr stillgelegt. An Stelle des Bahnhofes ist jetzt eine großzügig angelegte Bushaltestelle mit zwei Wartehäuschen und mehreren Halteplätzen zu finden, der Name „Bahnhofplatz“ wurde beibehalten. Der ehemalige Lokschuppen existiert noch und wird als Wohnhaus genutzt.

Artikel vom 02.08.2020
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