200 Jahre Kirchengeschichte

Haidhausen · Pfarrei St. Johann Baptist in Haidhausen begeht ihr rundes Jubiläum

Eines der Wahrzeichen Haidhausens: die 1879 eingeweihte katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist am Johannisplatz. Foto: Pfarrverband Haidhausen

Eines der Wahrzeichen Haidhausens: die 1879 eingeweihte katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist am Johannisplatz. Foto: Pfarrverband Haidhausen

Haidhausen · Genau 200 Jahre besteht die katholische Pfarrei St. Johann Baptist in Haidhausen ‒ aktuell leider weniger ein Grund zu feiern, aber zumindest einer, um zurückzublicken.

1820 war das politische System noch von Herrschaftshäusern geprägt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse standen im Wandel von einer Agrar- zur Industriegesellschaft, Bildungs- und Sozialsysteme befanden sich nach dem Wegfall vieler Einrichtungen der Klöster aufgrund der Säkularisation im Aufbau. Krankheiten und Seuchen breiteten sich wegen mangelnder Hygiene schnell in den Städten aus.

Neue Strukturen durch Wachstum nötig

Das aufstrebende, damals noch eigenständige Haidhausen als Unterkunftsort für unzählige Taglöhner mit ihren Familien wurde in dieser Zeit zur Pfarrei erhoben. Kirchliches Leben gab es schon länger hier, doch durch die Bevölkerungszunahme mussten neue Strukturen etabliert werden. Im Januar 1820 verfügte König Maximilian I., dass das Benefizium Haidhausen mit dessen 3100 Gemeindemitgliedern zur Pfarrei erhoben werden sollte. Die kanonische Errichtung fand am 20. März 1820 statt. Erster Pfarrer an der Pfarrkirche St. Johann Baptist ‒ der Alten Haidhauser Kirche ‒ war der Mittenwalder Johann Andreas Baader. In den nachfolgenden Jahrzehnten stieg die Bevölkerungszahl in Haidhausen rasant an, womit die Notwendigkeit eines Kirchenneubaus immer dringlicher wurde. Untrennbar mit diesem Projekt ist der Name von Pfarrer Johann Georg Walser verbunden, der Bettelreisen durch ganz Europa unternahm, um die nötigen Mittel für den Kirchenbau zu erbitten. Durch die wachsende Bevölkerung und die Choleraseuche in Haidhausen bedingt, wurde zunächst die Erweiterung des Krankenhauses rechts der Isar vorgenommen, bis man mit dem Kirchenbau beginnen konnte. Vier Jahre nach dem Tod Walsers wurde 1875 die Kirche von Architekt Matthias Berger fertiggestellt. Nun zogen noch einmal vier Jahre ins Land, bis Erzbischof Antonius von Steichele den Neubau von St. Johann Baptist einweihte. Damit hatte die Gemeinde endlich ihren geistlichen Mittelpunkt. Die zunächst geplanten Gottesdienste und Veranstaltungen anlässlich 200 Jahre Pfarreierhebung St. Johann Baptist musste der Pfarrverband Haidhausen aufgrund der Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus absagen. Die Regelung des Erzbistums München und Freising gilt zunächst bis zum 3. April. Für Samstag, 4. April, ist eine Kirchenführung mit Dekanatsmusikdirektor Stefan Ludwig geplant. Treffpunkt soll um 10.30 Uhr am Eingang der Kirche St. Johann Baptist sein. Aktuelle Informationen dazu finden sich unter www.pfarrverband-haidhausen.de

Artikel vom 25.03.2020
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