Studioausstellung „Das Leben der Tolstoi-Bibliothek“ bis 28. Februar 2020

Tolstoi-Bibliothek feiert 70. Geburtstag

Blick in die Tolstoi-Bibliothek und die Ausstellung über ihre Geschichte. Foto: VA

Blick in die Tolstoi-Bibliothek und die Ausstellung über ihre Geschichte. Foto: VA

Lehel/München · Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Tolstoi-Bibliothek zeigt bis 28. Februar 2020 die neue Studioausstellung „Das Leben der Tolstoi- Bibliothek“ die Geschichte und Gegenwart der Bibliothek. Sie gilt in Europa als bedeutendste Einrichtung ihrer Art.

Die Tolstoi-Bibliothek ist ein Treffpunkt für interkulturellen Dialog, Austausch, Kultur und Forschung.

Mit Unterstützung der Tolstoy Foundation gründeten 1949 russische Emigranten in München die Tolstoi-Bibliothek. Heute ist sie ein weltweit einzigar ger, lebendiger und musealer Ort zugleich.

TOLSTOI.DE ist heute Träger der Tolstoi-Bibliothek und der Russischen Sozialberatung. Beide Institutionen ergänzen sich im Sinne der kulturellen Bildung. TOLSTOI.DE vermittelt russische Sprache und Kultur, ist Hilfe zur Selbsthilfe, baut interkulturelle Bücken nach und in Deutschland – unabhängig, nicht kommerziell, überkonfessionell.

Die Tolstoi-Bibliothek ist eine öffentlich zugängliche Präsenz- und Leihbibliothek mit Lesesaal. Regelmäßig finden hier Veranstaltungen statt. Der Buchbestand umfasst rund 47.000 Bände in russischer Sprache. Hierzu gehören zeitgenössische und klassische russischer Literatur sowie russische Übersetzungen der Weltliteratur - insbesondere der deutschen.

Kernstück der Tolstoi-Bibliothek bildet die bedeutende Sammlung russischer Emigrationsliteratur mit bibliophilen Schätzen aus aller Welt. Hierzu gehören in Berlin und Paris verlegte Raritäten aus den 20er und 30er Jahren. Berühmt sind handsignierte Erstausgaben u.a. von Vladimir Nabokov (1899–1977), Autor der „Lolita“ (1955), und die Gesamtauflage des Tschechow-Verlags in den USA. Zum einmaligen Archiv zählen komplette Jahrgänge der Emigrantenzeitschriften, die Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen.

Zudem bietet die Tolstoi-Bibliothek Enzyklopädien, Fachbücher aus Geschichte, Wissenschaft, Kunst und Religion, Kinderbücher sowie eine große Auswahl an Zeitungen an. Rund 200 russische Videofilme ergänzen das Angebot.

1949 haben russischsprachige Emigranten unter der Ägide des International Rescue and Relief Committee (IRRC) die Tolstoi-Bibliothek gegründet, anfangs unter dem Namen „Internationale Bibliothek“. 1952 hat das American Committee for Liberation die Bibliothek übernommen. Sie heißt jetzt nach dem Namen ihres Förderers „L.C. Stevens Bibliothek“. 1958 zieht die „L.C. Stevens Bibliothek“ in die Ludwigsvorstadt, Lessingstraße 4. Die Tolstoy Foundation in Deutschland e.V. übernimmt 1963 vom American Committee for Liberation die Trägerschaft für die Tolstoi-Bibliothek. Sie führt den Namen „L.C. Stevens Bibliothek“ weiter.

Die Bibliothek befindet sich nun in der Thierschstraße 11/2. Stock. Die Tolstoy Foundation in Deutschland e.V. wird 1972 in Tolstoi-Hilfs- und Kulturwerk e. V. umbenannt. Der Verein wird Mitglied im „Paritätischen“ und erhält den Status der Gemeinnützigkeit. Die Bibliothek heißt offiziell „Tolstoi-Bibliothek“. Der Eintritt ist frei, Öffnungszeiten der Bibliothek: Dienstag und Donnerstag, 13 bis 19 Uhr, Freitag, 13 bis 18.30 Uhr.

Artikel vom 24.10.2019
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