Umfrage der Bundeswehr-Uni

Neubiberg · Seilbahn als alternatives Nahverkehrsmittel?

Neubiberg · Diese Umfrage der Bundeswehruniversität in Sachen Verkehr dürfte durchaus Beachtung finden. Der dortige Lehrstuhl für Verkehrstechnik will herausfinden, wie groß die Akzeptanz der Bevölkerung für mögliche Seilbahnprojekte in der Landeshauptstadt und im Landkreis München wäre. Zudem will man herausfinden, welche Routen seitens der Bürgerinnen und Bürger favorisiert würden.

Auch in der Heimatgemeinde Neubiberg selbst könnten derartige Planspiele auf durchaus fruchtbaren Boden fallen. Wie in vielen weiteren Landkreisgemeinden auch bereitet auch in Neubiberg der Blick auf die aktuelle Verkehrsentwicklung durchaus Sorge. In Neubiberg beäugt man derzeit besonders skeptisch die Entwicklungen am sogenannten Perlacher Tor. Hier am Stadtsaum in Neuperlach Süd prallen Stadt- und Gemeindeareale mitsamt deutlicher Verkehrssteigerung zunehmend ungehemmt aufeinander. Auch andernorts ist man auf die mannigfachen Verkehrsprobleme eines zunehmenden Individualverkehrs und für die Zukunft eher unzureichender Ausbauten im öffentlichen Personennahverkehr vor dem Hintergrund einer rasanten Bevölkerungsentwicklung im Ballungsraum München aufmerksam geworden. So hatte der Kreistag im vergangenen Jahr bereits eine Studie in Auftrag gegeben, die auch die Prüfung möglicher, künftiger Seilbahntrassen mit einbezog. Explizit wurden dort mögliche Seilbahntrassen im Hachinger Tal oder etwa von Grünwald nach Pullach erwogen. Hoch über den verschiedenen und stetig zunehmenden Nadelöhren in der Isarmetropole und deren Umfeld ließen sich sicher auch andere Trassen finden.

Die Verkehrsexperten am Lehrstuhl der Bundeswehr-Uni haben die Vorzüge von Seilbahnen ihrerseits längst ausgemacht: Hoch über den Trassen gelegen seien die Seilbahnen von den jeweiligen Verkehrslagen und –flüssen darunter unabhängig und könnten in den Kabinen eine durchaus beachtliche Zahl von Fahrgästen befördern. Zudem falle der Kostenaspekt gewaltig ins Gewicht: So sei ein Seilbahnbau allemal billiger als neue U-Bahnrouten unter der Erde. Freilich verschweigen die Experten auch potentielle Nachteile nicht: So sei die Höhenangst mancher Menschen ein durchaus beachtenswertes Momentum. Und auch die Akzeptanz der Hochbahnen für die direkten Anwohner könnte eher bescheiden ausfallen. Inwieweit aufgeschlossen die Bevölkerung insgesamt sich diesen innovativen Zukunftsideen des Verkehrsstroms im 21, Jahrhundert gäbe, das wollen die Experten jetzt abfragen. Auf die Ergebnisse wird man nicht nur in Neubiberg mit großem Interesse blicken. Vielleicht verkehrt auch am Perlacher Tor dereinst eine Seilbahn. Hoch über Perlach Süd und unter den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. RedN

Artikel vom 05.06.2018
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