Vom Dorf zum Stadtteil

Neue Broschüre des Geschichtsvereins informiert über Moosachs Historie

Stellt die neue Broschüre zur Historie des Stadtteils vor: Veronika Linden, Sprecherin des Geschichtsvereins. 	Foto: js

Stellt die neue Broschüre zur Historie des Stadtteils vor: Veronika Linden, Sprecherin des Geschichtsvereins. Foto: js

Moosach · Mehr als 43 Jahre ist es her, dass 4.000 Journalisten aus aller Welt für kurze Zeit in die damals neu errichteten Häuser zwischen der Landshuter Allee und der Riesstraße einzogen.

Heute leben in der Olympia-Pressestadt rund 2.000 Münchner, darunter viele kinderreiche Familien. Wissenswertes über die Historie dieses besonderen Teils von Moosach erfahren Bürger am Donnerstag, 8. Oktober, bei einem Vortrag im Pelkovenschlössl. Vorgestellt wird bei der Veranstaltung auch die neue Broschüre des Geschichtsvereins.

Höchstes Wohngebäude Münchens

Die Bauten, die anlässlich der Olympiade von 1972 in München geschaffen wurden, sind für Architekten und Stadtplaner noch heute interessant. Das gilt auch für die Olympia-Pressestadt. Erst vor zwei Jahren habe er eine Anfrage der Technischen Universität (TU) erhalten, berichtet Wolfgang Linden, Vorsitzender der Mieter- und Eigentümergemeinschaft Olympia-Pressestadt e.V.: »Die Studenten wollten eine Führung und haben ihre Studienarbeit über unser Wohngebiet geschrieben.« Am Donnerstag, 8. Oktober ab 20 Uhr wird Linden sein Wissen über das Quartier mit interessierten Anwohnern teilen.

Unbekannt sei vielen etwa, dass sich in der Olympia-Pressestadt das höchste Wohngebäude Münchens befinde, erklärt er: »Als das Hochhaus in der Riesstraße 82 – 84 gebaut wurde, war es sogar das höchste bewohnte Gebäude in ganz Deutschland.« Widerlegt wird in der Siedlung indes das Klischee, dass in Hochhäusern Anonymität herrscht. Gemeinsam waren die Anwohner sogar politisch aktiv und haben gegen den Transrapid gekämpft. »Bei uns sehen und grüßen sich die Nachbarn nicht nur, sondern man kennt sich«, sagt Linden.

Aus den Bewohnern der ehemaligen Sozialwohnungen der Neuen Heimat, die 1998 in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden, sei eine gewachsene Gemeinschaft geworden. Ein eigenes Kapitel gewidmet ist der Olympia-Pressestadt auch in der neuen Broschüre des Moosacher Geschichtsvereins, die nach dem Vortrag erstmals präsentiert wird.

Der Bildband mit dem Titel »Moosach: Ein Bauerndorf wird Münchner Stadtteil« behandelt die Industrialisierung des Viertels. Thema sei unter anderem die Ansiedlung der Waggonfabrik Rathgeber auf dem heutigen Meiller-Gelände und der Produktionsstätten an der Bauberger Straße, aber auch die Entstehung von Wohngebieten wie der Kolonie Fasanerie-Moosach, der Genossenschaftssiedlung Eggarten und der Borstei, sagt Veronika Linden, Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende des Geschichtsvereins.

Höhere Auflage

Texte und Bilder der Broschüre stammen wie beim ersten Band vorwiegend aus der Sammlung Laturell-Mooseder. Der Stadtteilexperte Volker Laurell sei zudem maßgeblich an der Gestaltung des Büchleins beteiligt gewesen, sagt Linden.

Erhöht habe man beim Folgeband allerdings die Auflage: »Beim ersten Teil waren alle 1.000 Exemplare sofort verkauft, so dass wir noch einmal 700 Stück nachdrucken mussten.« Diesmal habe der Verein deshalb 1.500 Broschüren produziert. Erhältlich ist das Heft zum Preis von 9,50 Euro unter anderem im Pelkovenschlössl und in zahlreichen Moosacher Geschäften. Der Eintritt für den Vortrag zur Olympia-Pressestadt ist frei. Julia Stark

Artikel vom 06.10.2015
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