Jahresbilanz der Münchner Wasserwacht

München – „Mehr Verantwortung“

Für den Ernstfall trainiert die Münchner Wasserwacht regelmäßig. Foto: Wasserwacht

Für den Ernstfall trainiert die Münchner Wasserwacht regelmäßig. Foto: Wasserwacht

München – In ihrer Abschlussbilanz für das Jahr 2011 appelliert die Münchner Wasserwacht an alle Eltern, dringend ihren Kindern es zu ermöglichen, so bald wie möglich Schwimmen bzw. das Verhalten an Gewässern zu lernen und sie, bis sie richtig schwimmen können, beim Baden nicht aus den Augen zu lassen.

„Unserer Schätzung nach, können in und um München herum rund ein Drittel der Kinder bis 12 Jahre nicht richtig schwimmen“, erklärt Heinz Effenberger, Sprecher der Münchner Wasserwacht. Dabei tragen die Eltern eine ganz besondere Verantwortung, die im Trubel des heutigen täglichen Lebens scheinbar an ihrer früheren Wertigkeit verloren hat. Ziel sollte es sein, dass jedes Kind früh an das Wasser gewöhnt wird (Babyschwimmen) und dann z.B. mit Unterstützung der Wasserwacht schwimmen lernt. „Leider erleben wir immer wieder Kinder, die bereits in der Schule sind und nicht schwimmen können. Bis die Kinder diese Sicherheit im Wasser haben, liegt es in der Verantwortung der Eltern, sie beim Baden stets zu beobachten bzw. in ihrer Nähe zu sein. Diese Verantwortung kann nicht mit dem Lösen einer Eintrittskarte in einem öffentlichen Bad an die Bademeister oder an einem, mit der Wasserwacht besetzten See, an die Dienst habenden Rettungsschwimmer übertragen werden.“ Auch sei das Anlegen von Schwimmflügeln keine Alibiaktion, die Eltern von ihrer Sorge- und Beobachtungspflicht entbinde.

Tragische Unfälle in diesem Jahr wie z.B. der 13-Jährige, der im Michaelibad ertrunken ist, sollten alle motivieren, auf Kinder an und in Gewässern, Bädern und Swimmingpools mehr Beachtung zu schenken, findet Effenberger. „Oft wird vergessen, dass auch 20 cm Wasser in einem ungesicherten Teich genügen, dass ein Kleinkind ertrinken kann.“

Die 765 aktiven Mitglieder der neun Ortsgruppen der Kreiswasserwacht leisteten im Jahr 2011 bislang 45.100 Einsatzstunden und 790 Mal Erste Hilfe. „Gott sei Dank haben wir im Zuständigkeitsbereich der Kreiswasserwacht München keine Lebensrettungen durchführen müssen. Bis auf den vermutlichen Badetod eines 66-Jährigen im Unterschleißheimer See gibt es diese Badesaison keine Ertrinkungstote.“ Für die Wasserwacht ein Hoffnungsschimmer am Horizont, dass die vielen präventiven Maßnahmen im Kampf um die Vermeidung des Ertrinkungstods erste Früchte tragen. „Wir werden da nicht locker lassen und alle begonnenen Programme und Ausbildungen konsequent weiterführen.“ Die beiden Schnelleinsatzgruppen der Münchner Wasserwacht rückten nach Alarmierung durch die Rettungsleitstelle der Berufsfeuerwehr München zu 20 Einsätzen aus.

Die Münchner Wasserwacht

Die neun Ortsgruppen der Münchner Wasserwacht betreuen in München und Umgebung Feringasee, Langwieder-, Luß- und Birkensee, Lerchenauer See, Feldmochinger See, Heimstettner See, Unterschleißheimer See, den Riemer Buga-See sowie an der Isar die Stationen Flaucher und Marienklause sowie das Unterhachinger Schwimmbad. Die Münchner Wasserwacht freut sich über jede Form der Unterstützung. Auch neue Mitglieder sind jederzeit willkommen.

Artikel vom 23.09.2011
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