Präventions-Projekt »Inside School« braucht dringend Spenden

Harlaching · Helfer in Not

Trotz prominenter Unterstützung wie hier von Prinzessin Ursula zu Hohenlohe (r.) muss Gisela Rockola um den Erhalt ihres Projekts kämpfen.	F.: Mühlberger

Trotz prominenter Unterstützung wie hier von Prinzessin Ursula zu Hohenlohe (r.) muss Gisela Rockola um den Erhalt ihres Projekts kämpfen. F.: Mühlberger

Harlaching · Das Schuljahr eilt mit großen Schritten seinem Ende entgegen. Ein Grund zum Jubeln für viele Schüler, ein Grund für sorgenvolles Stirnrunzeln bei Gisela Rockola, die vor elf Jahren den Verein »Justin-Rockola-Soforthilfe« gegründet hat.

Seit dem Drogentod ihres damals 19-jährigen Sohnes Justin engagiert sich die Harlachingerin für suchtgefährdete Jugendliche. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Präventions-Projekt »Inside@School«. Der Verein trägt die Kosten für die Sozialpädagogen an den derzeit sieben Schulen, an denen die wertvolle Arbeit durchgeführt wird. Doch das Geld für die Maßnahme wird knapp, denn das Spendenaufkommen geht immer mehr zurück, bedauert Gisela Rockola. Dabei sei die Arbeit so wichtig, sollen doch die Kinder vor einem möglichen Einstieg in die Drogenszene unbedingt bewahrt werden, denn wer erst einmal in den Drogensumpf geraten sei, komme da nur schwer wieder hinaus, so ihre Erfahrung. Bei dem Projekt »Inside@School« können die Kinder ihre Sorgen in der Schule mit den Sozialpädagoginnen besprechen, um Rat fragen und sich ihren Kummer von der Seele reden.

»Die Sozialpädagogen unterliegen der Schweigepflicht. Die Kinder können also sicher sein, dass nichts nach außen dringt, wenn sie es nicht wollen. Auf Wunsch der Kinder sprechen die Sozialpädagogen aber auch mit den Eltern und den Lehrern«, erläutert Rockola das Prinzip. Wie wertvoll diese Arbeit ist, bestätigen ihr immer wieder die Lehrer an den betroffenen Schulen, aber auch dankbare Eltern, wie die, deren Tochter (15) kürzlich aus Liebeskummer von Zuhause weggelaufen war. In ihrer Not wandte sich das junge Mädchen an die Sozialpädagogin an ihrer Schule, die schließlich den Kontakt zu den Eltern wieder herstellte und gemeinsam mit allen Beteiligten die vorhandenen Probleme besprach. Oder ein anderer Fall, bei dem ein Junge von seinen Mitschülern gemobbt und sogar geschlagen wurde. Er vertraute sich schließlich der Pädagogin an, die sowohl dem bösen Spuk ein Ende bereitete als auch mit den Übeltätern arbeitete, damit diese lernten, wie ein gutes Miteinander funktionieren kann. »Damit die ­Arbeit im jetzigen Umfang weitergehen kann, brauchen wir dringend Spenden und Sponsoren. Mehr Spenden und Spender benötigt

Eine Schule kostet im Jahr rund 23.000 Euro. Eine Menge Geld«, erklärte Rockola. Dank des jährlichen Golfturniers in Straßlach, das Mitte Juli wieder einmal stattfand, ist immer mindestens eine Schule sicher finanziert. Dabei werden unter anderem in einer Tombola wertvolle Sachpreise verlost, prominente Spieler und Unterstützer wie dieses Jahr Prinzessin Ursula zu Hohenlohe gehören zu den treuen Teilnehmern. Auch Senta Berger und Oliver Kahn unterstützen den Verein, dennoch wird es immer schwieriger, Spenden für das so wichtige Projekt aufzutreiben. Lob gibt es da für den Elternbeirat der Werner-von-Siemens-Realschule in Neuperlach, die zugunsten des Projekts jedes Jahr einen Spendenlauf durchführen. »Jede Spende hilft«, weiß Rockola. Die Probleme der Jugend sind mangifaltiger geworden, ebenso die Möglichkeiten in der falschen Richtung Trost zu suchen. Essstörungen, Computer- und Alkoholsucht ebenso wie Drogen gilt es Paroli zu bieten. Inside@School bietet Hilfe, bevor das Kind gänzlich in den Brunnen gefallen ist, so die engagierte Frau.

Wer mehr über den Verein wissen möchte, findet weitere Infos unter www.justin-rockola-soforthilfe.de

hw

Artikel vom 20.07.2011
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