„Diagnoseschnüffler“: Hunde aus der Region gesucht

München · Vierbeinige Menschenretter

Mit ihrer feinen Nase können Hunde bei der Diagnose von Tumorerkrankungen helfen. Foto: Hans Sauer Stiftung/U. Sauer

Mit ihrer feinen Nase können Hunde bei der Diagnose von Tumorerkrankungen helfen. Foto: Hans Sauer Stiftung/U. Sauer

München · Der Einsatz von ausgebildeten Hunden in der Diagnose von Tumorerkrankungen ist in anderen Ländern, beispielsweise den USA, längst anerkannt. Mit ihrem außergewöhnlichen Geruchssinn können Hunde Stoffwechselprodukte von Tumorzellen in Urin oder Atemluft mit verblüffender Treffsicherheit erkennen – wenn sie dafür speziell ausgebildet wurden.

Auch in Deutschland wurden bereits vielversprechende Studien dazu durchgeführt, die „Diagnoseschnüffler“ waren auch schon Gast im deutschen Fernsehen. Allerdings war bisher keine Studie so umfassend, dass sie einer wissenschaftlichen Prüfung und Zertifizierung standgehalten hätte – eine Voraussetzung auch für die Anerkennung durch die Krankenkassen.

Die Hans-Sauer-Stiftung in Deisenhofen möchte das ändern und führt erstmals selbst eine umfassende Studie zur Früherkennung von Lungenkrebs durch. In Zusammenarbeit mit der Lungenklinik in Gauting und der Uniklinik Großhadern sollen dafür allerdings nicht nur bereits ausgebildete Polizei- und Diagnosehunde teilnehmen. Es werden auch ganz normale Hunde im Alter von 1 bis 4 Jahren aus der Region gesucht, die bisher noch keine besondere Hundeausbildung absolviert haben sollten. Diese werden in einer drei- bis viermonatigen Ausbildung bei Eignung auf Kosten der Hans-Sauer-Stiftung und mit der renommierten Hundetrainerin Inga Böhm zu Tumorsuchhunden ausgebildet. Voraussetzung: Herrchen oder Frauchen dürfen bisher selbst noch nie an Krebs erkrankt sein und müssen ausreichend Zeit mitbringen. Es muss täglich Tagebuch geführt werden, die Ausbildung selbst veranschlagt zwei Vormittage pro Woche, insgesamt etwa über ein halbes Jahr möglichst ohne große Urlaubsunterbrechung.

Lungenkrebs ist nicht nur eine der häufigsten Tumorerkrankungen, sondern auch eine besonders tückische. Denn eine Früherkennung bzw. gesicherte Diagnose ist nur durch einen invasiven Eingriff möglich, der für den Patienten eine Narkose und Risiken mit sich bringt. Wenn sich der Krebs bemerkbar macht ist er meist schon weit fortgeschritten. Und dann ist die Überlebensrate der Patienten gering. Damit kann die Anerkennung von Hunden in der Frühdiagnose von Lungenkrebs zahlreiche Menschenleben retten. Davon abgesehen könnten vielen Patienten Operationen und Krankenhausaufenthalte zum Zweck der Diagnose erspart werden und somit auch Kosten für unser Gesundheitssystem.

Interessenten finden weitere Informationen unter www.hanssauerstiftung.de und können sich dort auch mittels eines Fragebogens bewerben.

Seit 1989 fördert die gemeinnützige Hans-Sauer-Stiftung Erfinder und ihre Erfindungen. Daneben engagiert sie sich für Forschung, Wissenschaft, Lehre und interdisziplinäre Wissensvernetzung. Im Sinne ihres Namenspatrons, des Erfinders und Unternehmers Hans Sauer (1923–1996), unterstützt die Stiftung innovative Konzepte, Ideen und Lösungen, die vom Geist eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur und der menschlichen Gesellschaft geprägt sind.

Artikel vom 03.02.2011
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