Die Kräuterpädagogin Christine Huber verarbeitet - wie sollte es anders sein - am liebsten Kräuter. Bei ihren täglichen Spaziergängen sammelt sie die vitaminreichen Pflanzen am Wegesrand und kocht mit ihnen täglich frisch. Die 5-Seen-Wochenanzeiger bereiteten mit der Agrarwirtin eine gesunde Kräuterquiche zu.
180 g Wildkräuter 1/2 Stange Lauch 100 g Pilze 50 g Butter 3 Eier 1/4 L Sahne Pfeffer/Salz 125 g geriebener Käse
Für den Boden:
200 g Vollkornmehl 100 g Butter 1,5 TL Salz 7 EL Wasser Teig muss zwei Stunden ruhen
Die Zutaten für den Teig werden vermischt und zu einem Mürbeteig verknetet. „Ich gebe den Teig gleich in die Form”, verrät Christine Huber. So spare man sich den Schritt, den kühlgestellten Teig mühsam in das Behältnis zu geben. „Nach dem Kühlen ist der Teig oftmals schon etwas fester, gibt man ihn gleich in die Form, hat man es nicht so schwer”
„Heute gebe ich in die Quiche Brennessel, Giersch, Knoblauchsrauke, Schafgarbe, Wiesenlabkraut, Bärlauch und Beinwell,” erzählt die Kräuterpädagogin. Sie hat bereits bei ihrem morgendlichen Spaziergang die Kräuter am Wegesrand gesammelt. Ihr Tipp: Auch einmal unter Hecken schauen und nicht die Kräuter direkt am Rand pflücken, sondern lieber ein paar Meter in die Böschung gehen. „Dann läuft man weniger Gefahr, ein vom Hund gewässertes Kraut zu erwischen,” weiß sie.
Zunächst zupft sie von der Brennessel die Blätter ab. Zuvor werden diese jedoch mit dem Nudelholz überrollt. So würden sich die Härchen, die das schmerzhafte Brennen verursachen, legen und man könne beruhigt zupfen. Ihr Tipp: Kräuter wenn es geht nicht waschen - so bleibt das Aroma in der Pflanze.
„Man kann sich selbst immer fragen: Auf was möchte ich kauen?” erklärt Christine Huber. „Dann erübrigt sich die Frage meist recht schnell, welche Stängel auch geschnitten werden.” So zupft sie von der Brennessel die Blätter, sowie von Wiesenlabkraut und Beinwell. Vorsichtig werden nun die Kräuter klein geschnitten. Ihr Tipp: Nicht zu klein und intensiv schneiden. Der Saft und die ätherischen Öle werden sonst aus der Pflanze in das Schneidbrett gedrückt.
„Ich baue jeden Tag in unsere Speisen Wildkräuter ein”, verrät Christine Huber. „Bärlauch hat schon alleine 20 Prozent mehr Antioxidantien, als jedes andere Gemüse. Mit einer handvoll Kräuter täglich, tut man seiner Gesundheit wirklich etwas Gutes. Außerdem sind die Kräuter noch dazu umsonst. „Ihr Tipp: Einfach mal probieren. Viele Kräuter würden zwar herb schmecken, seien aber eine wunderbare Ergänzung zum alltäglichen Speiseplan.
Nun werden Lauch und Pilze ebenfalls in feine Stücke geschnitten und mit etwas Butter in einer Pfanne leicht angedünstet. Nach und nach gibt die Kräuterpädagogin die Wildkräuter hinzu. Sie dünstet diese allerdings nur kurz an. „Da die Kräuter noch in den Ofen kommen, versuche ich sie nicht allzu lange in der Pfanne zu lassen, damit die Vitamine bei zu viel Hitze nicht verloren gehen.”
Für die deftige Masse vermengt Huber Sahne und drei Eier miteinander. Anschließend wird der geriebene Käse untergehoben. Jetzt geht es an den Feinschliff und das Gemisch wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.
Nun treffen alle Zutaten zusammen: Der gekühlte Boden, die angedünsteten Kräuter und die deftige Masse für die Quiche. Vorsichtig verteilt sie Kräuter, Pilze und Lauch auf dem Vollkornboden. Anschließend gibt sie die Käse-Sahne-Masse über die frischen Zutaten. „Es macht nichts, wenn die Masse etwas üppiger ist,” so die Bäuerin. Zum Schluss dekoriert sie die Quiche noch mit Brennsesselblättern. Nun geht es für die herzhafte Kräuterquiche für dreißig Minuten bei 190 Grad in den Ofen, bis die Oberfläche knusprig ist.
Beim Verarbeiten von Wildkräutern sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht zu sehr Hitze ausgesetzt sind. Ebenfalls dürfen sie nicht intensiv gewaschen werden, das spült ebenfalls die Vitamine aus den Pflanzen heraus. Die Stängel sind oft faserig - daher lieber nur die zarten Blätter verarbeiten.
Die Kräuteria und der Hof der Familie Huber ist am Kreutweg 1 in Puchheim.