Veröffentlicht am 18.11.2019 10:38

Alle feiern Jamaram

Landrat Karl Roth (l.) und Kulturreferentin Barbara Beck (r.) mit den Preisträgern. Vorne: Jakob Wagner (v.l.), den „Jamaram“-Musikern Lionel Wharton, Samuel Hopf, Johannes Beblo, Ben Beblo. Hinten: Daniel Noske (v.l.), Konstanze Kennerknecht, den Jazz-am-See-Mitgliedern Hildegard Schöder, Gottfried Keller, Walter Dreßel, Bernhard Sontheim und Matthias Helbig sowie Thomas Lugo von „Jamaram“. (Foto: Hauck)
Landrat Karl Roth (l.) und Kulturreferentin Barbara Beck (r.) mit den Preisträgern. Vorne: Jakob Wagner (v.l.), den „Jamaram“-Musikern Lionel Wharton, Samuel Hopf, Johannes Beblo, Ben Beblo. Hinten: Daniel Noske (v.l.), Konstanze Kennerknecht, den Jazz-am-See-Mitgliedern Hildegard Schöder, Gottfried Keller, Walter Dreßel, Bernhard Sontheim und Matthias Helbig sowie Thomas Lugo von „Jamaram“. (Foto: Hauck)
Landrat Karl Roth (l.) und Kulturreferentin Barbara Beck (r.) mit den Preisträgern. Vorne: Jakob Wagner (v.l.), den „Jamaram“-Musikern Lionel Wharton, Samuel Hopf, Johannes Beblo, Ben Beblo. Hinten: Daniel Noske (v.l.), Konstanze Kennerknecht, den Jazz-am-See-Mitgliedern Hildegard Schöder, Gottfried Keller, Walter Dreßel, Bernhard Sontheim und Matthias Helbig sowie Thomas Lugo von „Jamaram“. (Foto: Hauck)
Landrat Karl Roth (l.) und Kulturreferentin Barbara Beck (r.) mit den Preisträgern. Vorne: Jakob Wagner (v.l.), den „Jamaram“-Musikern Lionel Wharton, Samuel Hopf, Johannes Beblo, Ben Beblo. Hinten: Daniel Noske (v.l.), Konstanze Kennerknecht, den Jazz-am-See-Mitgliedern Hildegard Schöder, Gottfried Keller, Walter Dreßel, Bernhard Sontheim und Matthias Helbig sowie Thomas Lugo von „Jamaram“. (Foto: Hauck)
Landrat Karl Roth (l.) und Kulturreferentin Barbara Beck (r.) mit den Preisträgern. Vorne: Jakob Wagner (v.l.), den „Jamaram“-Musikern Lionel Wharton, Samuel Hopf, Johannes Beblo, Ben Beblo. Hinten: Daniel Noske (v.l.), Konstanze Kennerknecht, den Jazz-am-See-Mitgliedern Hildegard Schöder, Gottfried Keller, Walter Dreßel, Bernhard Sontheim und Matthias Helbig sowie Thomas Lugo von „Jamaram“. (Foto: Hauck)

„Was, erst jetzt“, dachte sich Matthias Helwig, als er von der Verleihung des Kulturpreises an die Band Jamaram gehen soll. Denn für eine der beliebtesten Reggaebands Deutschlands sei das längst überfällig gewesen. Zusammen mit dem Laudator feierten rund 180 Gäste die Weßlinger Musiker, den Nachwuchsgitarristen Jakob Wagner und den Verein Jazz am See.

„Jamaram, das kommt von jammen und entspannt zusammen Musik machen“, sagte Helwig in seiner Laudatio, in der er das langjährige Bestehen der vielköpfigen Gruppe hervorhob, das soziale Engagement und neben der „sonnigen, lebensfrohen Musik“ die tollen Live-Auftritte. Als die junge Band in den Anfangsjahren das ehemalige Seefelder Großlokal „Hacienda“ zum Grooven bringen wollte, habe er ihr das nicht zugetraut, aber sei eines Besseren belehrt worden. Bevor Jamaram dann selber zu den Instrumenten griffen, machte sich Gitarrist Sam Hopf den Spaß, mit Helwig Frieden zu schließen. Denn mit 16 sei er als Aushilfe von dem Kinobesitzer gefeuert worden. „In 20 Jahren wurde noch keiner gekündigt, ich habe mich sehr geschämt.“ Hopf bedankte sich besonders bei der Familie Bedlo aus Weßling, in deren Garage die Formation seit vielen Jahren probt.Der Kulturpreis ist mit 4.000 Euro dotiert.

Geschichte der Band

Die Band wurde 1999 gegründet. Sie blickt auf elf Album-Veröffentlichungen sowie über 1.500 Konzerte in mehr als 20 Ländern zurück. Mehrere Mitglieder sind im Landkreis Starnberg aufgewachsen, von 2008 bis 2015 lebte der überwiegende Teil in einer WG in Weßling. Nach wie vor befinden sich der Proberaum sowie der Lebensmittelpunkt einiger Bandmitglieder in Hochstadt und Umgebung. Musikalisch ist Jamaram in den Bereichen Reggae und Dub zuhause und verbindet dies mit Crossover-Elementen. „Bislang wurden die Preise vor allem in der klassischen Musik vergeben, deshalb freue ich mich besonders“, sagte Kulturreferentin Barbara Beck, die sympathisch durch den Abend führte. Landrat Karl Roth lobte die Weltoffenheit und Toleranz der Musiker, von denen bei der Verleihung sechs von acht Mitgliedern anwesend sein konnten.

Jakob Wagner und Jazz am See

„Wir verleihen heute Preise an Menschen, deren Leben die Musik bestimmt“, hatte Roth eingangs gesagt. So jemand ist auch der Gitarrist Jakob Wagner, dem der mit 3000 Euro dotierte Kulturförderpreis überreicht wurde. Der in Starnberg aufgewachsene 25-Jährige war Bundespreisträger von „Jugend musiziert“, bevor er Musik studierte. Andächtig lauschte das Publikum einer Kostprobe seines Könnens, das gute Musik mit einer gesellschaftsrelevanten Botschaft verknüpft, wie es in der Laudatio hieß. Ein Konzert in der Schlossberghalle sei die Initialzündung für seinen Wunsch gewesen, Gitarre zu lernen, erzählte der bescheiden auftretende junge Preisträger, der bei der Gelegenheit ausdrücklich seinem Lehrer an der städtischen Musikschule Peter Jermer und Konzertveranstalterin Elisabeth Carr als Förderern dankte.

„Es gibt nichts Schöneres als Musik live erlebbar zu machen“, so rückte Laudator Stefan Müller die Verdienste des 2003 gegründeten Vereins „Jazz am See“ aus Feldafing ins rechte Licht, für den es den 2000 Euro schweren Anerkennungspreis gab. Die jazzverrückten Mitglieder organisieren jährlich zehn bis 15 Konzerte und haben Nachwuchskünstler wie Weltklassestars auf die Bühne gebracht. Dafür schleppen die Ehrenamtlichen gern selber die Stühle und bekochen die Kapellen mit ihrem Lieblingsgericht. Für Vorstandsmitglied Bernhard Sontheim war die Auszeichnung eine freudige Überraschung. „Das kannst dir sparen, das wird doch eh nix“, habe er damals bei der Bewerbung gesagt, nur um jetzt zu bekennen: „Die Auszeichnung ist uns mehr wert als der Geldpreis.“

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