Veröffentlicht am 02.10.2017 10:37

„Großer Gewinn für uns!“

Achtung Autofahrer! In der Waldkolonie gilt nun auch Tempo 30. Anwohner und Mitglieder der Interessengemeinschaft Alte Allee/ Bergsonstraße begrüßten die Tempo-30-Schilder. Am linken Bildrand der Vorstand der Interessengemeinschaft mit Herbert Weiser, Helmut Rothballer und Albert Schmidt (v.l.). (Foto: us)
Achtung Autofahrer! In der Waldkolonie gilt nun auch Tempo 30. Anwohner und Mitglieder der Interessengemeinschaft Alte Allee/ Bergsonstraße begrüßten die Tempo-30-Schilder. Am linken Bildrand der Vorstand der Interessengemeinschaft mit Herbert Weiser, Helmut Rothballer und Albert Schmidt (v.l.). (Foto: us)
Achtung Autofahrer! In der Waldkolonie gilt nun auch Tempo 30. Anwohner und Mitglieder der Interessengemeinschaft Alte Allee/ Bergsonstraße begrüßten die Tempo-30-Schilder. Am linken Bildrand der Vorstand der Interessengemeinschaft mit Herbert Weiser, Helmut Rothballer und Albert Schmidt (v.l.). (Foto: us)
Achtung Autofahrer! In der Waldkolonie gilt nun auch Tempo 30. Anwohner und Mitglieder der Interessengemeinschaft Alte Allee/ Bergsonstraße begrüßten die Tempo-30-Schilder. Am linken Bildrand der Vorstand der Interessengemeinschaft mit Herbert Weiser, Helmut Rothballer und Albert Schmidt (v.l.). (Foto: us)
Achtung Autofahrer! In der Waldkolonie gilt nun auch Tempo 30. Anwohner und Mitglieder der Interessengemeinschaft Alte Allee/ Bergsonstraße begrüßten die Tempo-30-Schilder. Am linken Bildrand der Vorstand der Interessengemeinschaft mit Herbert Weiser, Helmut Rothballer und Albert Schmidt (v.l.). (Foto: us)

Vor 28 Jahren gründete sich die Interessengemeinschaft Alte Allee/ Bergsonstraße. Der inzwischen eingetragene Verein hat immerhin 60 Mitglieder, die sich über den wachsenden Verkehr im Wohngebiet ärgern und den Lkw-Durchfahrverkehr nicht hinnehmen wollen. „Unser Ziel ist es nach wie vor, eine Verkehrsberuhigung zu erreichen. Und zwar wollen wir das Gebiet insgesamt betrachten und nicht einzelne Straßenzüge gegeneinander ausspielen“, erklärte Helmut Rothballer, Gründer und Vereinsvorsitzender.

In 2007 konnte schon ein großer Erfolg verbucht werden. „Damals wurde das Lkw-Durchfahrverbot amtlich“, so Vorstand Herbert Weiser. „Und mittlerweile halten sich auch viele Fahrer daran, wenn wir auch leider eine höhere Lkw-Frequenz durch die Anlieferung zur Brauerei bemerken. Zur Zeit ist die Situation wieder sehr unbefriedigend.“ Doch können sich Anwohner und Vereinsmitglieder über einen anderen Meilenstein zur Viertelberuhigung freuen: Seit Ende September ist das Tempo-30-Gebot amtlich. Das Baureferat stellte die rund 40 Schilder entlang der Alten Allee und Bergsonstraße nun endlich auf. „Sehr schön!“, kommentierten Anwohner. „Wir spüren deutlich die Veränderungen. Besonders nachts ist es deutlich ruhiger und die Straßenquerung ist kein großes Problem mehr.“

MVG dagegen

Jahrelang hatte die Interessengemeinschaft das Tempogebot gefordert. „Wir sind immer wieder abgeblitzt. Auch im Bezirksausschuss hatten wir nicht immer den nötigen Rückhalt“, so Rothballer. Die Kehrtwende in der Bewilligungsprozedur verdanken die Anwohner den Allachern, die per Gerichtsbeschluss Tempo 30 auf der Allacher Straße aus Lärmschutzgründen durchgesetzt hatten. Daraufhin prüfte das KVR alle ähnlich gelagerten Fälle inklusive des Obermenzinger Viertels.

Einzig die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) lehnte das Tempolimit bis zuletzt ab. Schließlich hatte die MVG erst vor zwei Jahren die Buslinie 56 für mehr als eine Million Euro mit neuen Haltestellen und einer Funksignalanlage ausgestattet, damit der Bus schneller durchbrausen kann. Matthias Korte, Pressereferent Bereich MVG, erklärte dazu: „Die Linienführung wird sich durch die Einführung von Tempo 30 nicht ändern. Allerdings ist davon auszugehen, dass es zu einer deutlichen Erhöhung der Fahrzeit der Busse kommt. Hierdurch sinke einerseits die Attraktivität für die Fahrgäste, andererseits wäre wohl der Einsatz eines zusätzlichen Busses erforderlich, um die verlängerten Fahrzeiten aufzufangen. Dies erzeugt Mehrkosten ohne Nutzen für die Fahrgäste. Der angekündigten Geschwindigkeitsbeschränkung stehen wir daher in diesem Fall ablehnend gegenüber.“

Morgens und abends geht nichts mehr

Den Anwohnern sind Busverspätungen allerdings noch nicht aufgefallen. „Die kommen pünktlicher als vorher“, meinten sie. Nach dem Lkw-Duchfahrverbot und der Durchsetzung von Tempo 30 bleibe immer noch viel zu tun. „Geschätzt 80 Prozent aller Autofahrer haben ein Außer-München-Kennzeichen. Wir sind aber absolut keine Transitstrecke“, so Weiser. „Wir sind ein reines Wohngebiet, die Alte Allee hat keine Hauptstraßenfunktion. Das muss sich auch im Verkehr widerspiegeln.“

Besonders zu Morgen- und Abendstunden, wenn die Pippinger Straße für jeweils zwei Stunden absolut dicht sei, gehe nichts mehr vorwärts. „Das ist mehr als belastend für uns. Das sollte sich ändern.“ Doch erst einmal feiere man das Tempo 30. Rothballer betonte: „Das ist ein großer Gewinn für uns!“ Generell sei man im Münchner Westen gut vernetzt. Auch zur Interessengemeinschaft Offenbach-Meyerbeerstraße bestehe ein enges Verhältnis, das auch im Austausch von Daten und Beratungsangeboten bestehe. „Wir unterstützen uns alle sehr. Schauen wir mal, was wir noch erreichen können.“

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