Werfen ungebetene Gäste einen Blick auf den Nachwuchs, drücken viele Mütter ihr Kind schützend an sich, schieben den Kinderwagen weiter oder drehen sich einfach um und gehen. So können es zumindest menschliche Mütter tun. In der Tierwelt sieht dies allerdings anders aus.
Tiere haben einen anderen Instinkt als Menschen. Rehe legen ihren Nachwuchs zum Beispiel gerne in hohen Wiesen ab und lassen ihn dort oft stundenlang alleine. Sie begeben sich auf die wichtige Nahrungssuche und kommen nur zur Versorgung des Kitzes zurück. Umso dramatischer ist es, wenn zum Beispiel ein Hund auf das kleine Tier stößt. Selbst wenn er es nicht verletzt, kann es sein, dass die Ricke - so nennt man das weibliche Reh - ihren Nachwuchs nicht mehr annimmt. Schuld daran ist der vom Hund übertragene Fremdgeruch.
Das geht nicht nur Rehen so. Auch andere Waldbewohner wenden sich von ihrem Nachwuchs ab, wenn er erst einmal eine andere Duftnote angenommen hat. Die Folge für die jungen Tiere: Sie werden nicht mehr gefüttert und verhungern.
Wer die heimischen Wildtiere bei ihrer Aufzucht unterstützen will, muss dafür gar nicht viel tun. Es reicht, wenn Spaziergänger auf den Wegen bleiben und Hundehalter ihren Vierbeiner entsprechend anleinen. So fühlen sich die tierischen Mütter nicht gestört und können beruhigt ihren Nachwuchs großziehen.
Zwischen März und Juni sind die meisten Waldbewohner mit der Aufzucht ihrer Jungtiere beschäftigt. In dieser Zeit, sollten Naturgenießer besonders rücksichtsvoll sein. Wer sich leise draußen bewegt und Augen und Ohren offen hält, kann vielleicht sogar ein Wildtier und seinen Nachwuchs beobachten. Das freut nicht nur Reh und Hase, sondern letztendlich auch den Menschen.