Veröffentlicht am 21.11.2016 13:14

„Klebstoff der Gesellschaft”

Sibylle Stöhr (2.v.r.) am Tisch der Schulweghelfer (v.l.) Annelie Hoffmann, Claudia Jahn, Ernst Häußinger, rechts Thomas Falk: Derzeit wird noch dringend Verstärkung gesucht, speziell für die Ecke Geroltstraße / Gollierstraße. (Foto: ds)
Sibylle Stöhr (2.v.r.) am Tisch der Schulweghelfer (v.l.) Annelie Hoffmann, Claudia Jahn, Ernst Häußinger, rechts Thomas Falk: Derzeit wird noch dringend Verstärkung gesucht, speziell für die Ecke Geroltstraße / Gollierstraße. (Foto: ds)
Sibylle Stöhr (2.v.r.) am Tisch der Schulweghelfer (v.l.) Annelie Hoffmann, Claudia Jahn, Ernst Häußinger, rechts Thomas Falk: Derzeit wird noch dringend Verstärkung gesucht, speziell für die Ecke Geroltstraße / Gollierstraße. (Foto: ds)
Sibylle Stöhr (2.v.r.) am Tisch der Schulweghelfer (v.l.) Annelie Hoffmann, Claudia Jahn, Ernst Häußinger, rechts Thomas Falk: Derzeit wird noch dringend Verstärkung gesucht, speziell für die Ecke Geroltstraße / Gollierstraße. (Foto: ds)
Sibylle Stöhr (2.v.r.) am Tisch der Schulweghelfer (v.l.) Annelie Hoffmann, Claudia Jahn, Ernst Häußinger, rechts Thomas Falk: Derzeit wird noch dringend Verstärkung gesucht, speziell für die Ecke Geroltstraße / Gollierstraße. (Foto: ds)

„Sie sind der Klebstoff, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Ich behaupte, Sie sorgen für den sozialen Frieden, der, so scheint es dieser Tage, auf dem Prüfstand steht”, sagte Sibylle Stöhr, Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Schwanthalerhöhe beim Jahresempfang im Augustiner Bräustüberl. 230 Gäste hatten zugesagt, doch in der menschenvollen Gaststube wirkte es so, als wären sogar noch mehr gekommen, um den Dank des Bezirksausschusses in Empfang zu nehmen. Und vor allem „um zu netzwerken, wie es so schön heißt, und zwar nicht auf Facebook, sondern face to face”, wie Sibylle Stöhr anmerkte. Das Miteinander Reden im Stadtteil ist ihr Hauptanliegen: „Dadurch tragen Sie dazu bei, dass Hetze und Hass nicht wieder hoffähig werden.”

Die ehrenamtlich Tätigen seien die Hauptpersonen des Abends, betonte die Vorsitzende des – ebenfalls ehrenamtlich arbeitenden – Bezirksausschusses. Sie hätten sich für andere Menschen, für soziale, sportliche oder kulturelle Projekte aller Art, den Naturschutz, für Geflüchtete eingesetzt. Gekommen waren Vertreter von Institutionen und Vereinen des Viertels wie Jugendzentrum MKJZ, Alten- und Servicezentrum, Donna Mobile, IG Feuerwache, Münchner Tafel, von den Pfarreien, dem Evangelischen Migrationszentrum, der Wohnungsgenossenschaft München-West, Organisatoren des Open Westend und der Kulturtage, Schulweghelfer und viele andere mehr.

Der Einladung des Stadtteilgremiums gefolgt waren auch die Vorsitzenden von sechs Nachbar-Bezirksausschüssen sowie Politiker aus Landtag (Georg Eisenreich, CSU, Ludwig Hartmann, Grüne), Bezirkstag (Sylvio Bohr) und Stadtrat (Gerhard Mayer, Gülseren Demirel, Haimo Liebich, Hans Theiss, Jens Röver) und nicht zuletzt der frühere Vorsitzende Ludwig Wörner, der die Veranstaltung BA-Jahresempfang ins Leben gerufen hat.

Als Ausblick fürs kommende Jahr erwähnte Stöhr den Kinder-Aktionskoffer, mit dem Kinder ihren Stadtteil erforschen werden ( der Westend-Anzeiger berichtete ) sowie die Oper „Zaide. Eine Flucht”, die im Januar in der Alten Kongresshalle aufgeführt wird.

Schulweghelfer gesucht

Bevor sie die Gäste ihren Gesprächen überließ, erwähnte die BA-Vorsitzende noch die momentan laufende Suche nach einem Schulweghelfer für die Kreuzung Geroltstraße / Gollierstraße. In der Novembersitzung des Bezirksausschusses hatte der Vater eines Erstklässlers der Bergmannschule über die Situation geklagt: Hier würden Fußgänger von den Autofahrern nicht gesehen und müssten im morgendlichen Berufsverkehr meist viele Minuten warten, bis sie die Straße überqueren könnten. Im Gremium wurden Lösungsansätze wie Halteverbot, Kreuzungsumbau und Zebrastreifen diskutiert. Nachdem das Problem im Grunde nur in der halben Stunde zwischen 7.30 und 8 Uhr besteht, wurde ein Schulwegdienst als sinnvollster Weg betrachtet – es habe sich nur nach fast zweijähriger intensiver Suche bisher noch niemand dafür gefunden, berichtete der betroffene Vater.

Nette Erlebnisse

Claudia Jahn macht seit über vier Jahren an der Ecke Tulbeckstraße / Bergmannstraße Schulwegdienst. „Man lernt die Kinder im Laufe der Zeit kennen und hat immer wieder nette Erlebnisse”, berichtet sie dem Westend-Anzeiger. Mal helfe man einem Kind den Schuh zu binden, mal bekomme man eine Kastanie geschenkt. „Kürzlich hat ein Kind einem Hund zugesehen, der an einen Baum gepinkelt hat, und hat mich dann gefragt, ob ein Hund auch mal daneben piselt”, erzählt die Rentnerin. Anschließend an ihren Dienst, um 8 Uhr, frühstücke sie dann immer zusammen mit einer Freundin, die an einer anderen Kreuzung Schulwegdienst macht.

Zusätzlich zu den netten Erlebnissen wird der Schulwegdienst auch mit einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 6,50 Euro pro Einsatz honoriert. Wer sich für die Tätigkeit interessiert, wendet sich an das Sekretariat der Bergmannschule oder an das Kreisverwaltungsreferat (KVR) unter Tel. (089) 233-39666.

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