Veröffentlicht am 21.11.2016 11:39

Rüffel für Stadtteilmanager

Steriles Geschäftshaus oder pulsierendes Leben am Pasinger Marienplatz? Die Begleitung der Umgestaltung des Platzes ist eins der nächsten Ziele des Stadtteilmanagements. (Foto: Graphik: Auer Weber)
Steriles Geschäftshaus oder pulsierendes Leben am Pasinger Marienplatz? Die Begleitung der Umgestaltung des Platzes ist eins der nächsten Ziele des Stadtteilmanagements. (Foto: Graphik: Auer Weber)
Steriles Geschäftshaus oder pulsierendes Leben am Pasinger Marienplatz? Die Begleitung der Umgestaltung des Platzes ist eins der nächsten Ziele des Stadtteilmanagements. (Foto: Graphik: Auer Weber)
Steriles Geschäftshaus oder pulsierendes Leben am Pasinger Marienplatz? Die Begleitung der Umgestaltung des Platzes ist eins der nächsten Ziele des Stadtteilmanagements. (Foto: Graphik: Auer Weber)
Steriles Geschäftshaus oder pulsierendes Leben am Pasinger Marienplatz? Die Begleitung der Umgestaltung des Platzes ist eins der nächsten Ziele des Stadtteilmanagements. (Foto: Graphik: Auer Weber)

Vor vier Jahren ging das ISEK-Programm (Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept) an den Start. Ziel war die finanzielle Unterstützung von Umgestaltungsmaßnahmen im Pasinger Zentrum, Baumaßnahmen und Verkehrslösungen inklusive. Der damalige Stadtteilmanager Christian Bitter, der schon seit 2010 von der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (mgs), übrigens einer hundertprozentigen Tochter der Landeshauptstadt, in Pasing eingesetzt war, freute sich über den großen städtischen Topf als Anschubhilfe fürs Stadtteilmanagement und für Pasing.

Gemeinsam mit dem Bezirksausschuss 21 (BA) hatte Bitter die allernotwendigsten Ziele für ein schöneres Pasing im Visier: Pasinger Rundlauf mit Durchwegungen und kleinen Plätzen für eine gute Aufenthaltsqualität, Würmgrünzug rund um den Perlschneiderhof mit Park- und Spielplatzmöglichkeiten und drittens die Öffnung des Rathauses zu einem belebten Ort mit eventueller Gastronomie, einem Brunnen und Durchbrüchen in Richtung Viktualienmarkt.

Gibt’s Erfolge?

Jetzt nach vier Jahren läuft das ISEK-Förderprogramm für Pasing vorerst aus und der Stadtrat muss eine Verlängerung beschließen. Auch der BA wurde um seine Meinung und seine Befürwortung zur Verlängerung gefragt. Der aktuelle Stadtteilmanager Prof. Joachim Vossen nahm dafür an der Sondersitzung des Unterausschusses Planung teil und resümierte seine Arbeit: „Wir schieben an und bringen Projekte auf die Beine. Für eine gute Zusammenarbeit mit den Grundstücksbesitzern in Pasing und der Vermeidung des Trading-Down-Effekts hatten wir auch einen Arbeitskreis, der aber aktuell nicht mehr tätig ist. Denn leider konnten wir kaum Ergebnisse registrieren.“

Er betonte, dass nun die „Pasinger Zugpferde“, also erfolgreiche Geschäfte, gestärkt werden sollen, blieb allerdings wenig konkret darüber, wen er damit meinte. Für die BA-Mitglieder in der Sondersitzung war dies bei weitem nicht ausreichend. Sie empfanden die sechs Jahre Stadtteilmanagement völlig unzureichend, initiativlos und stellenweise sogar kontraproduktiv. Alle wichtigen Initiativen, wie der Gesundheitstag oder Aktionen zum Einkaufen, seien nicht im Stadtteilmanagement entstanden. „Wir hatten vorher einen extrem aktiven Einzelhandel“, meinte die stellvertretende BA-Vorsitzende Maria Osterhuber-Völkl. „Es ist sehr bedauerlich, dass davon nichts mehr zu spüren ist.“

Trotzdem wichtig

Natürlich gebe es Erfolge, wie das Kunstprojekt pasing.by aus dem Jahr 2015. Aber Durchwegung in Pasing, Aufwertung um Maria Schutz, Konzept Pasing Nord, Bekämpfung des Leerstands, Spielhallen aus Pasing fern halten? „Davon würde ich gerne mehr sehen“, kommentierte BA-Vorsitzender Romanus Scholz. Eva Pfeiffer aus der Abteilung Stadtsanierung im Planungsreferat erklärte: „Die Verlängerung des ISEK bringt Mittel nach Pasing. Wir wollen vor allem die Bebauung des Marienplatzes begleiten. Am Ende sollen sich die Maßnahmen aber auch verstetigen.“ Das Planungsreferat schlage eine Verlängerung der Förderung für weitere vier Jahre vor. Davon würden die ersten zwei Jahre voll gefördert werden. Für 2019 und 2020 sei die Hälfte des Geldes vorgesehen. Ab Sommer 2020 würde das Förderprojekt auslaufen, erklärte Pfeiffer.

„Allgemein lässt sich sagen, dass das Stadtteilmanagement gut, richtig und wichtig ist. Aber Erfolgserlebnisse haben uns bisher definitiv gefehlt, auch wenn durchaus Positives passiert ist“, erklärte Constanze Söllner-Schaar, Fraktionssprecherin der SPD im BA und Stadträtin. „Haben Sie sich nicht auch mehr erwartet?“, richtete sie die Frage an Pfeiffer und Vossen. Wenn das Projekt in die Verlängerung gehen würde, würde man in vier Jahren vielleicht ähnlich enttäuscht zusammensitzen?

Lange BA-Forderungsliste

Trotz aller Kritik stimmte der BA einstimmig für die Verlängerung und stellte einen Forderungskatalog auf, der der Entscheidungsvorlage für den Stadtrat beiliegen soll. „Unsere zentrale Forderung ist der Erhalt des Postsaals als großen Veranstaltungsort im Stadtbezirk“, zählte Sven Wackermann, Vorsitzender des BA-Planungsausschusses auf. „Wir möchten einen modernen Viktualienmarkt, eine funktionierende Durchwegung. Wir möchten, dass das Konzept für Pasing Nord endlich entwickelt und das Feinkonzept für die Planegger Straße realsiiert wird. Und bitte setzen Sie sich dafür ein, dass sich die Spielhöllen nicht weiter vermehren und am besten ganz aus Pasing verschwinden!“

Pfeiffer zeigte sich erleichtert über den Rückenwind aus dem BA. „Mit Ihrer Stellungnahme hat der Stadtrat jetzt einiges in der Hand“, meinte sie. Viele Anregungen nehme sie gleich mit ins Planungsreferat. Und Vossen merkte an, dass er die Gesprächsrunden mit den Immobilienbesitzern vielleicht wieder aufnehmen werde. „Es gibt wirklich noch viele dringende Projekte in Pasing. Das Potenzial ist da“, fasste Scholz zusammen. „Wir freuen uns, wenn die Umgestaltung nun Fahrt aufnimmt.“

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