Über 500 Mitwirkende aus 26 Vereinen, Orchestern, Chören und Bands haben in diesem Jahr bei der Musiknacht die Stadthalle gerockt. „Die Musiknacht ist ein Höhepunkt unter den vielen kulturellen Veranstaltungen in der Stadt“, erklärte Oberbürgermeister Andreas Haas. Als Dank für ihr Engagement hatte die Stadt die Musiker zu einem Empfang in die Stadthallengaststätte „Agua“ eingeladen. Dort konnten sich die Musiker zwanglos nicht nur mit dem Oberbürgermeister oder Stadthallenleiterin Medea Schmitt unterhalten, sondern auch Kontakte zu anderen Musikern knüpfen, denn bei der Musiknacht bleibt dafür häufig zuwenig Zeit.
Chorleiterin Caroline Lichtinger-von Stein hatte sich vor zwei Jahren nach dem Konzert ihrer Chorgemeinschaft Unterpfaffenhofen-Germering die Zeit genommen, sich das Konzert des Germeringer Kammerorchesters anzuhören. „Sie haben einen wunderbaren Mozart gespielt. Ich war ganz fasziniert“. Aus dieser Begegnung ist die Idee eines gemeinsamen Konzerts entstanden, das in diesem Sommer unter dem Motto „Wege finden – Grenzen überwinden“ ein großer Erfolg war.
40 Frauen und 20 Männer singen im Chor. Bei der Musiknacht sangen sie es einen kleinen Auszug aus dem bunt gemischten Repertoire. „Wir singen alles außer Oper, Operette und Musical“, erklärt die Chorleiterin. Der Chor unternimmt aber auch regelmäßige Konzertreisen. Sie waren beispielsweise bereits in Israel und Prag. Übrigens: „Wir suchen noch Tenöre und Bässe“.
„Die Musiknacht ist fast wie ein Familientreffen“, erklärte Marie-Josefin Melchior. Die Dirigentin des Germeringer Kammerorchesters probt mit ihren Musikern in der Stadthalle. Auch sie schwärmte vom gemeinsamen Auftritt mit der Chorgemeinschaft. „Das wiederholen wir auf alle Fälle“. Irene Wunder, Konzertmeisterin und Vorsitzende des Kammerorchesters, stimmte zu. Sie hatte als Kind Violine gelernt und war sogar am Richard-Strauß-Konservatorium. Sie hat sich dann für einen anderen Beruf entschieden und ist 1992 „über die Geigenlehrerin der Tochter“ zum Kammerorchester gekommen.
An einem Stehtisch im „Agua“ haben sich Mitglieder der Germeringer Stadtkapelle zusammen gefunden. „Wir sind wahnsinnig vielschichtig aufgestellt und spielen alles von klassisch, über symphonisch bis Big Band oder Latin“, erklärt Harald Stößner, zweiter Dirigent. Er leitet die 50-köpfige Stadtkapelle interimsmäßig, denn derzeit sind die Musiker auf der Suche nach einem neuen Dirigenten. „Er oder sie sollte eine Dirigentenausbildung haben, sich mit Blasorchester auskennen und idealerweise auch selbst ein Instrument spielen“, erklärte Stößner. Es gibt drei Konzerte im Jahr und ein faires Honorar. Stößner selbst hofft, dass er bald wieder das Dirigentenpult verlassen und zurück ins Ensemble kann, „ich spiele nämlich wahnsinnig gerne Trompete“. Immer gesucht werden auch Musiker. „Ein Fagott wäre super“, sagte Stößner.