29.932 Stunden Wachdienst leisteten die 239 Wasserwachtler im Landkreis Starnberg in 2018. Der Vorsitzende der Kreiswasserwacht Starnberg, Markus Schmolz, und der Technische Leiter, Andreas Fischer, sagen stolz Danke für das große ehrenamtliche Engagement in den Ortsgruppen Buch, Feldafing, Herrsching, Pilsensee, Starnberg, Tutzing und Wörthsee.
„Über das Jahr werden die unterschiedlichsten Arten von Einsätzen abgedeckt. Sie reichen von technischen Hilfeleistungen an in Not geratenen Wassersportlern bis hin zu medizinischen Notfällen jeglicher Art auf dem Wasser und an Land. Es werden auch Behörden unterstützt oder verschiedene Taucheinsätze durchgeführt“, so Schmolz. „Während der Wintersaison halten die freiwilligen Helfer bei Eisbildung an verschiedenen Seen auch regelmäßig Eiswachen ab, um im Notfall etwa ins Eis eingebrochenen oder auf dem Eis gestürzten Personen schnell helfen zu können“, ergänzt Fischer.
Der Gewässer- und Umweltschutz ist auch ein Anliegen, welches sich die Retter auf die Fahne geschrieben haben. So werden unter anderem wiederholt ufernahe Bereiche zu Land und im Wasser von Unrat befreit. Dies dient auch der Unfallprävention, denn so manche achtlos ins Wasser geworfene und zu Bruch gegangene Glasflasche hat schon für kleinere oder ernsthaftere Schnittwunden gesorgt.
„Die Betreuung der Wassersportler an den Gewässern des Landkreises Starnberg findet unentgeltlich in der Freizeit der ansonsten anderweitig berufstätigen Mitglieder statt. Die sämtlich medizinisch ausgebildeten Mitglieder werden auch zur Unterstützung des Landrettungsdienstes gerufen.
Markus Schmolz ist auch der Nachwuchs besonders wichtig: „In den Ortsgruppen an den Seen findet auch eine rege Jugendarbeit statt. Es werden beispielsweise regelmäßig Jugendnachmittage abgehalten oder Ausflüge gemacht. Auch bei diversen Veranstaltungen wirken die Jugendlichen maßgeblich mit. Sie sind mit Begeisterung dabei und werden mit Spaß an die spannenden Aufgaben der Wasserwacht herangeführt.“
Die sieben Wasserrettungsstationen der Wasserwacht im Landkreis Starnberg sind von etwa Mitte Mai bis Mitte Oktober an den Wochenenden und Feiertagen tagsüber besetzt. Außerhalb des Wachdienstes oder bei einem Notfall an einem anderen Gewässer können die Helfer über die telefonische Notrufnummer 112 alarmiert werden.
Die Retter der drei mobilen und sieben stationären Schnelleinsatzgruppen (SEG) der Wasserwachten im Landkreis Starnberg sind rund um die Uhr in Bereitschaft, um bei Unfällen schnelle Hilfe leisten zu können. Mit 130.000 Mitgliedern, davon 60.000 aktiven, stellt die Wasserwacht Bayern dabei den größten Landesverband. Allein in Bayern gibt es 526 Ortsgruppen, über 600 Wasserrettungsstationen, 256 Schnelleinsatzgruppen und fünf Wasserrettungszüge für den Katastrophenfall.
2018 wurden im Landkreis Starnberg 229 Patienten mit kleineren medizinischen Problemen versorgt und sieben Lebensrettungen konnten durchgeführt werden. Vermisste Personen sorgten für 42 Einsätze.
Die Dienstleistenden packen auch regelmäßig mit an, wenn es wieder einmal heißt, dass es an einer der Wachstationen oder Rettungsfahrzeuge im Landkreis etwas zu tun gibt. So muss von Zeit zu Zeit ein Steg oder sogar auch mal eine komplette, in die Jahre gekommene Wasserrettungsstation erneuert werden, was recht kostenintensiv ist. Hier kann die Wasserwacht häufig auf Kenntnisse ihrer Helfer zurückgreifen, welche diese durch ihren Beruf mitbringen. Nicht alles kann selbst gemacht werden, aber durch die zahlreichen Eigenleistungen wird viel Geld eingespart, das an anderer Stelle dringend benötigt wird. Denn die Möglichkeit, als Wasserwachtler helfen zu können wird zum größten Teil durch Spenden finanziert und ermöglicht.
Wer Interesse hat am Mitmachen in einer der Ortsgruppen oder diese finanziell unterstützen möchte, kann per Mail an Markus.Schmolz@brk-starnberg.de Kontakt aufnehmen.
Die Kreiswasserwacht Starnberg hat 2018, neben den in den Ortsgruppen laufenden Lehrgängen, auch zahlreiche Ausbildungen durchgeführt. Während eines Wasser-Retter-Kurses an einem Ausbildungstag in Herrsching war es derart stürmisch, dass der Lehrgang unterbrochen werden und zu neun echten Einsätzen in der Herrschinger Bucht ausgerückt werden musste. Auf der Heimfahrt konnten die Ausbilder dann noch bei einem Verkehrsunfall helfen.