Veröffentlicht am 17.01.2019 16:25

„Ich wollte keinen anderen!”

Sie würden auch heute wieder "Ja" sagen: Das Ehepaar Wiltrut und Ulf Knabe (Mitte) feierte Goldenen Hochzeit. Bürgermeister Markus Loth und die BfW-Vorsitzende Brigitte Holeczek gratulierten. (Foto: mka)
Sie würden auch heute wieder "Ja" sagen: Das Ehepaar Wiltrut und Ulf Knabe (Mitte) feierte Goldenen Hochzeit. Bürgermeister Markus Loth und die BfW-Vorsitzende Brigitte Holeczek gratulierten. (Foto: mka)
Sie würden auch heute wieder "Ja" sagen: Das Ehepaar Wiltrut und Ulf Knabe (Mitte) feierte Goldenen Hochzeit. Bürgermeister Markus Loth und die BfW-Vorsitzende Brigitte Holeczek gratulierten. (Foto: mka)
Sie würden auch heute wieder "Ja" sagen: Das Ehepaar Wiltrut und Ulf Knabe (Mitte) feierte Goldenen Hochzeit. Bürgermeister Markus Loth und die BfW-Vorsitzende Brigitte Holeczek gratulierten. (Foto: mka)
Sie würden auch heute wieder "Ja" sagen: Das Ehepaar Wiltrut und Ulf Knabe (Mitte) feierte Goldenen Hochzeit. Bürgermeister Markus Loth und die BfW-Vorsitzende Brigitte Holeczek gratulierten. (Foto: mka)

Hand auf's Herz: Ob sie sich heute, fünfzig Jahre nach ihrer Hochzeit immer noch das Ja-Wort geben würden? Für Dr. Ulf Knabe (79) und seine Frau Wiltrut (75) ist die Antwort glasklar: „Natürlich!”, sagt er im Brustton der Überzeugung und sie versichert: „Ich wollte keinen anderen haben!” Und das sei ihr sogar sehr schnell nach dem Kennenlernen klar gewesen, erklärt sie.

Das Kennenlernen, das ist wohl so eine Sache, denn über den Zeitpunkt des ersten Wahrnehmens gibt es verschiedene Auffassungen. So weiß Ulf Knabe, dass ihm seine zukünftige Frau erstmals in einer „Besenwirtschaft” in Tübingen aufgefallen sei, während er ihr erst ein wenig später, genauer beim Medizinerfasching auffiel. Der junge Student und die medizinisch-technische Angestellte waren sich auf Anhieb sympathisch, so sympathisch, dass kurz darauf ein Nachbar in breitem Schwäbisch meinte: „Wenn Ihr Euch in fünfzig Jahr imme nocht so hebet, na is recht.” („Wenn Ihr Euch in fünfzig Jahren immer noch so haltet, ist es richtig”). Sie hielten sich. Nur etwa zwei Monate nach dem Kennenlernen verlobten sie sich und ein Jahr später, am 9. Januar 1969 heirateten sie, zuerst standesamtlich in Tübingen und zwei Tage später kirchlich in Nordhorn im Emsland.

Ein weiter Weg

Doch bis zu ihrem Kennenlernen hatten beide Odysseen hinter sich. Wiltrut Knabe war 1944 mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern aus Königsberg in den Westen nach Kottgeisering bei Grafenreuth geflohen, wo die Familie wieder auf den Vater traf. Gerade einmal zwei Jahre war sie damals alt. Auch Ulf Knabes Weg war kein ganz gerader. Geboren in Weimar, kam er zunächst nach Thüringen und wurde im Alter von acht Jahren vom Vater nach Schweden geholt. 1950 heiratete der Vater wieder (Knabes Mutter war gestorben, als er drei Jahre alt war) und die kleine Familie lebte seit 1951 in Detmold nun zusammen. Obwohl der junge Ulf zunächst in die Pharmaindustrie wollte und bereits ein zweijähriges Apothekerpraktikum absolviert hatte, entschloss er sich dann doch zum Medizinstudium und ging dafür nach Tübingen. Eine schicksalhafte Entscheidung.

Endlich sesshaft

Sesshaft war das junge Paar jedoch noch lange nicht. Von Tübingen ging es unter anderem über Lübeck, wo die beiden Söhne geboren wurden, Winterthur und Memmingen schließlich nach Peißenberg, wo Dr. Knabe 1984 die Stelle des Chefarztes der Chirurgie antrat. 1985 zog die Familie nach, das Haus in Weilheim wurde gebaut. Seit 2002 ist Knabe im Ruhestand. Das hieß aber weder für ihn noch für Wiltrut, dass nun die Hände in den Schoss gelegt wurden - im Gegenteil! Beide egagierten sich ehrenamtlich. Ulf Knabe war von 2008 bis 2014 Mitglied des Stadtrates und Sozialreferent der Stadt. Auch engagierte er sich bei Ärzten ohne Grenzen, wo er hauptsächlich in Afrika tätig war. Bis heute ist Ulf Knabe im Arbeitskreis Senioren der Weilheimer Agenda 21 tätig. Wiltrut Knabe betreute zunächst die Russlanddeutschen in Weilheim und war als Schülercoach tätig.

Es wird immer noch geradelt

Inzwischen gönnen sich beide mehr Freizeit, in der sie gerne radeln. „Nicht mehr so große Touren wie früher”, sagen sie und räumen, fast entschuldigend ein, dass sie inzwischen auf E-Bikes umgestiegen sind. Dennoch gibt es jedes Jahr eine größere Tour und einmal im Jahr radeln die Beiden mit dem VdK.

Den Hochzeitstag feierten die Jubilare zusammen mit den Söhnen und ihren Familien, die inzwischen in Hamburg und in Freiburg leben, den drei Enkelkindern und guten Freunden in Peißenberg.

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