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Lokales - 09.03.2010 Wochenanzeiger München: Münchener Nord-Rundschau
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Neufahrn greift durch
Gemeinderatsbeschluss will Trinkgelage auf öffentlichem Grün verhindern
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Neufahrn · Die Gemeinde Neufahrn greift in Sachen Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit härter durch. Im vergangenen Herbst hat ein »Trinkgelage« von Jugendlichen am Neufahrner Galgenbachweiher für Aufregung gesorgt. Der Vorfall hat das sprichwörtliche Fass der örtlichen Gemeinderäte zum Überlaufen gebracht. Per Beschluss des Gremiums ist daher seit Herbst 2009 »der Aufenthalt auf öffentlichen Grünflächen zum Zweck des Alkoholgenusses verboten«.
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Hans-Peter Vogtleitner, Leiter der Neufahrner Polizei, hat vergangenes Jahr mit Beamten am Galgenbachweiher alkoholbedingte Platzverweise verteilt. Badesee und Skaterpark am Gymnasium (Halbrondell, Plan) sind beliebte Treffs des Nachwuchses. F.: ko, P. |
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Zwischen zehn und 40 Jugendliche haben an dem Tag im vergangenen Jahr laut
dem Leiter der Neufahrner Polizei, Erster Polizeihauptkommissar Hans-Peter
Vogtleitner, einen Platzverweis erhalten. Die jungen Leute haben am Galgenbachweiher
Alkohol getrunken, die Flaschen zertrümmert und liegen gelassen. Der Badesee
und der benachbarte Skaterpark am Neufahrner Oskar-Maria-Graf-Gymnasium
sind in der warmen Jahreszeit ein beliebter Treffpunkt der Jugendlichen.
»Was zunächst ja auch niemanden stört«, sagt Wilfried Gast, Leiter der Abteilung
Sicherheit und Ordnung bei der Gemeindeverwaltung Neufahrn.
Die leidige Erfahrung ist jedoch, dass sich bei Partys unter vermehrtem
Alkoholeinfluss Lärmbelästigung und Randale häufen. So wird dann laut Wilfried
Gast etwa mit Wodkaflaschen nachts auf Verkehrsschilder gezielt. Abgesehen
vom Krach, den die Jugendlichen so veranstalten, würden auch die Schüler
darunter leiden, die mit dem Auto am nächsten Tag zur Schule kommen. Denn
durch die Scherben der kaputten Flaschen beklagten diese dann platte Autoreifen
oder gar eigene Verletzungen. Auch die Mobile Jugendarbeit leiste in der
Kommune ihren Beitrag, um alkoholbedingte Randale des Neufahrner Nachwuchses
zu vermeiden, sagt Gast. Manche Bürger säßen allerdings dem Irrglauben auf,
dass diese soziale Einrichtung für Ordnung sorgen könne. Aber schließlich
sei sie kein Organ der Polizei und arbeite stattdessen präventiv auf der
Straße. Die Entscheidung des Gemeinderates ist für Gast eine nötige Konsequenz:
»Wir sahen uns nicht anders in der Lage, der Situation Herr zu werden.«
Wird jetzt jemand in Neufahrn nachweislich beim Alkoholkonsum auf öffentlichem
Grün ertappt, muss derjenige mit einer Anzeige oder gar mit einem Bußgeld
rechnen. Die Krux dabei ist allerdings laut Hans-Peter Vogtleitner, dass
seine Beamten den »Nachweis führen müssen«, dass tatsächlich Alkohol genossen
wurde: »Wir müssen denjenigen direkt beim Trinken erwischen.« Sonst bleibt
es zunächst nur beim Platzverweis.
Wilfried Gast kann noch nicht abschätzen, ob das Alkoholverbot fruchtet.
Er vermutet, dass die Jugendlichen den Gemeinderatsbeschluss noch gar nicht
kennen oder eventuell ihre Zelte woanders aufschlagen. Und es sei zu befürchten,
dass Alkoholgenuss und Randale weitergehen. Auf jeden Fall werden aber die
Neufahrner Polizei und die örtliche Gemeindeverwaltung intensiv im Kampf
gegen neuerliche Trinkgelage zusammen arbeiten. Kirsten Ossoinig
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