Dabei ist die Erinnerung an sich ungeniert unzuverlässig und fragmentarisch. Wenn also über die Vergangenheit erzählt wird, kann dies nur eine Version von vielen anderen möglichen sein, sei es die eigene Lebens- oder aber auch die Nationalgeschichte betreffend. Die Literatur spielt seit jeher bei der Prägung dieser Vergangenheitsversionen eine wesentliche Rolle. Schriftsteller nehmen es im Schreiben mit den Schatten der Vergangenheit auf, arbeiten gegen sie an. Literatur wird so zum kollektiven, wie (auto-)biographischen Gedächtnisort.