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Mehr „grüne Wellen“ für München?Leser fragen, Experten raten... An eine Straße sind ganz bestimmte Voraussetzungen geknüpft, damit eine so genannte „grüne Welle“ geschaltet werden kann: Grüne Wellen sind stark von den Abständen der Kreuzungspunkte abhängig, daher kann die Grünphase in der Regel nur in eine Richtung geschaltet werden. Außerdem müssen die Signalanlagen auf dem aktuellen technischen Stand sein. Veraltete Technik spult sämtliche Ampelphasen nach einem vorgegebenen Intervall ohne Erfassung des aktuellen Verkehrsgeschehens ab. Moderne Anlagen erkennen über Sensoren oder Induktionsschleifen in der Fahrbahn die momentane Fahrzeugdichte und schalten bei entsprechendem Aufkommen auf Grün. In einer Untersuchung hat der ADAC eindeutig nachgewiesen, dass im fließenden Verkehr die Stickoxid-Emissionen um 50 Prozent und kritische Schadstoff-Partikel um etwa ein Viertel reduziert werden. Darüber hinaus senken grüne Wellen den Kraftstoffverbrauch und damit die klimarelevanten Kohlendioxid-Emissionen um 25 Prozent. Allerdings stoßen längere Grünphasen auch an ihre Grenzen: Querverkehre müssen dennoch berücksichtigt werden. Schwierig wird es auch, wenn eine Busbeschleunigungs- oder Trambahnspur parallel zum Straßenzug verläuft. In München wie in vielen anderen deutschen Großstädten haben diese öffentlichen Verkehrsmittel Vorrang. Nähert sich ein Fahrzeug einer Ampelanlage, wird die grüne Welle für Autofahrer unterbrochen. Der Verkehr kommt trotz Grünphase auch ins Stocken, wenn die Fahrzeuge schneller als 50 km/h unterwegs sind und dann auf eine Ampel zusteuern, die noch gar nicht freie Fahrt signalisiert. Lieferwagen in zweiter Reihe, Ein- und Ausparker oder eine Überlastung zu Stoßzeiten machen zudem den Verkehrsfluss trotz Grünschaltung zunichte. Fazit: Mit grünen Wellen werden nicht nur die Nerven der Autofahrer geschont, sondern auch die Umwelt. Gerade hinsichtlich der Debatte um die Umweltzone ist nach Ansicht des ADAC eine Verflüssigung des Münchner Innenstadt-Verkehrs durch grüne Wellen neben anderen Maßnahmen wesentlich effizienter als die Aussperrung von Fahrzeugen.
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