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Aktuelles - 04.02.2010 SamstagsBlatt
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München · Gnadenbild gefunden
Das Seminarikindl ist endlich wieder da
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München · Ein Stück Münchner und oberbayerische Kunst-, Volks- und Frömmigkeitsgeschichte kehrt zurück ins Wittelsbacher Studienseminar Albertinum: Das Münchner Seminarikindl, das seit über 200 Jahren als verschollen galt, ist wieder im Eigentum des Wittelsbacher Seminars. Wie dessen Leiter Monsignore Dieter Olbrich mitteilt, hat das Seminar das Barockbild vor Kurzem gekauft, um es wieder im Albertinum aufzuhängen.
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Das Seminarikindl ist für das Albertinum von großer Bedeutung. Foto: S. Kuhnke |
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Die Rückkehr des Gnadenbilds stößt bei den Verantwortlichen des Albertinums
auf Begeisterung. „Ich bin happy, das Gnadenbild heimgeholt zu haben“, sagt
Monsignore Olbrich. Die Freude wird verständlich, wenn man um die Bedeutung
des Gemäldes für München und Oberbayern weiß. Bei dem Münchner Seminarikindl
handelt es sich um ein barockes Gnadenbild, dass das Jesuskind zwischen
Rosen sitzend mit dem durchstoßenem Herz Jesu zeigt.
Das ungewöhnliche Gemälde wird dem italienischen Rokoko-Maler Jacopo Amigoni
zugeschrieben und könnte von Kurfürst Max Emanuel selbst in Auftrag gegeben
worden sein. Kunstkenner bewerten die ikonenhafte Darstellung von Christuskind
und Herz-Jesu-Motiv als einzigartig. Das Gnadenbild hing zunächst in der
früheren St.-Gregor-Kirche in der Neuhauser Gasse, die als Hauskirche des
Seminars der Armen Studenten des Heiligen Gregor des Großen, dem heutigen
Albertinum, diente. Mit der Säkularisierung des Jahres 1803 wurde die St.-Gregor-Kirche
abgerissen und das Seminarikindl verschwand in den Wirren dieser Zeit.
Erst als der Praemonstratenser-Mönch Benedikt Röder während Recherchen für
eine historische Doktorarbeit im Internet surfte, tauchte das Bild unvermittelt
auf der Website eines oberbayerischen Kunsthändlers wieder auf, der es für
40.000 Euro zum Verkauf anbot. Albertinum-Leiter Olbrich reagierte prompt
und nahm mit dem Kunsthändler Kontakt auf. Mit Hilfe der Wittelsbacher Familie
sammelte das Albertinum Spenden-Gelder, um das Gnadenbild zurückzuerwerben.
„Für das Albertinum ist es ein zusätzliches Identifikationsmerkmal aus unserer
Jahrhunderte alten Tradition“, so Monsignore Olbrich. Im Mai 2010 soll das
Seminarikindl im Beisein von Erzbischof Reinhard Marx im Albertinum einen
Ehrenplatz erhalten.
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