Die Schwabinger Seidlvilla, deren Existenz über einen längeren Zeitraum hinweg bedroht war, bis sie, dank effizienter Bürgerinitiativen gerettet und zu dem »Haus für Schwabing« umfunktioniert wurde, musste sich etliche mitunter erstaunliche »Zwischennutzungen« gefallen lassen. Eine davon kommt passend zur Faschings-Saison in der ersten »Seerose« des Jahres wieder in Erinnerung: die Seidlvilla als Drehort.
In »Wüst und bieder« am Mittwoch, 3. Februar, 19.30 Uhr, am Nikolaiplatz 1b, geht es um 40 Jahre »Schulmädchenreport« in Schwabing und darüber hinaus.
1970 wurde der erste »Schulmädchenreport« in Schwabing gedreht. Millionen sahen ihn im Kino, eine Welle von Filmen mit ähnlicher Thematik folgte. Nacktheit wurde gesellschaftsfähig, die Sexualität aus der vermeintlichen Schmuddelecke herausgeholt. Nicht wenige heute bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler hatten damals ihre ersten Rollen. War das der Anfang einer sexuellen Befreiung? Hat es die Gesellschaft verändert? Oder war es letztlich eine zynische Abzocke von Produzenten, die unter dem Mantel der Aufklärung Sexfilme drehen ließen?
Die »Seerosianer« Anatol Regnier, Michael Skasa, Walter Zauner und Brigitta Rambeck hinterfragen das Geschehen in der Schwabinger Seidlvilla, damals Drehort zahlreicher dieser »Reporte«. Der Filmjournalist Michael Rüdel präsentiert Filmausschnitte. Die Schauspieler Claus Obalski, Rinaldo Talamonti sowie Überraschungsgäste erzählen von ihren ersten Rollen und den damaligen Drehbedingungen.