Veröffentlicht am 17.09.2009 00:00

München · So seh ich das

„I mach Urlaub auf da Wiesn, i brauch koan weißen Strand, i mach Urlaub auf da Wiesn in meim feschen Trachtngwand. Muaß ned nach Honolulu, schon gar net nach Hawaii, mach Urlaub auf da Wiesn, was kanns denn Schöners sei“. Besser als der Münchner Liedermacher Roland Hefter hätte ich es nicht ausdrücken können, denn auch ich mach’ „Urlaub auf da Wiesn“ – jedes Jahr und immer wieder gern.

Für mich als echtes Münchner Kindl gibt es nix Schöneres als 16 Tage Ausnahmezustand in unserer Stadt. Dabei genieße ich jeden Augenblick: vom „Ozapft is“ im Schottenhamel bis zu den Wunderkerzen im Hackerzelt am letzten Wiesntag.

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Ich freu mich, wenn Gäste aus aller Welt bei uns zusammenkommen, miteinander lachen und feiern. Wir Münchner sind halt ein tolerantes Volk. Das müssen wir auch sein, denn es gibt einiges auszuhalten: Pseudo-Trachten-Träger, die in ihren neumodischen Chucks über die Wiesn stampfen, Nordlichter, die zu zweit einen ganzen Tisch blockieren oder Neuseeländerinnen, die bereits am Vormittag ihre BHs zum Aloisius hochwerfen. Auch das gehört zur Wiesn, aufregen lohnt sich nicht.

Viel schöner ist, dass heute die Wiesn losgeht, warte ich doch schon eine halbe Ewigkeit drauf. Und spätestens, wenn mir der Hendl-Duft in die Nase steigt, das Kufstein-Lied ertönt und eine frische Maß vor mir steht, dann ist es wieder soweit: Dann beginnt mein Urlaub. So seh ich das.

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