München und Umgebung |
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Ismaning, Kirchheim-Heimstetten, Aschheim-Dornach, Feldkirchen |
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Aktuelles - 27.05.2009 Wochenanzeiger München: Südost-Kurier
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Taufkirchen · Auf dem Weg
Taufkirchen bemüht sich um eine gelungene Integration
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Taufkirchen · Menschen aus 89 Herkunftsländern leben in Taufkirchen – so sagt es ein Sozialbericht der Gemeinde. Es ist nicht ganz einfach, eine so multikulturelle Gemeinde zu sein. Zu den kulturellen Unterschieden kommt oft noch die Sprachbarriere, die das gegenseitige Verstehen verhindert. Die meisten der Menschen mit Migrationshintergrund konzentrieren sich zudem im Taufkirchner Ortsteil »Am Wald«, dessen Bewohner auch am stärksten von Armut bedroht sind.
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Strahlende Gesichter: Ihre eigene kleine Bücherei eröffneten Schüler in den Räumen der Jungen Integration Taufkirchen. Foto: Pietsch |
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Viele der GEWOFAG-Hochhäuser mit ihren über 1.800 Wohnungen werden von der
Stadt München belegt, die Gemeinde kann keinen Einfluss darauf nehmen. Immer
wieder kommt es zu sozialen Spannungen und Konflikten, erst kürzlich wurden
zwei Schüler in diesem Wohnviertel von drei Jugendlichen zusammengeschlagen
und schwer verletzt. »Das Problem ist die Ballung in manchen Wohngebieten«,
erläutert Gemeinderätin Ursula Schulze, die auch Referentin für Integration
in Taufkirchen ist. So haben zum Beispiel »manche Eltern das Gefühl, dass
ihre Kinder nicht die nötige Förderung erhalten, wenn sie in eine der Schulen
der Siedlung ›Am Wald‹ gehen sollen und melden ihre Kinder daher in anderen
Gemeinden an.« Aus diesem Grund beginnt Taufkirchen schon im Kindergarten
mit der Sprachförderung der Kinder mit Migrationshintergrund. Seit Jahren
gibt es in der Gemeinde zudem mehrere Organisationen die Integrationsarbeit
leisten und Menschen mit Migrationshintergrund Beratung und Unterstützung
anbieten. Durch Prävention und Intervention versuchen die Organisationen
die Integration der Migranten und das gegenseitige Verständnis zu fördern.
Mit einem Tag der offenen Tür bot jetzt die Junge Integration, die seit
2006 an der Grundschule »Am Wald« arbeitet, die Möglichkeit sich über ihre
Angebote zu informieren. Bei der Jungen Integration ist es vor allem die
Schülerförderung, die einen hohen Stellenwert einnimmt, aber auch Deutschkurse
für Mütter haben sich als wichtige Säule etabliert. Vor allem legt die Junge
Integration aber Wert darauf innovativ zu sein. »Wir kommen nicht mit fertigen
Konzepten, sondern gehen offen auf die Leute zu«, erklärte Daniel Meier,
der als Sozialpädagoge bei der Einrichtung arbeitet. »Es gibt viel Können
und Wollen, wenn der Raum dafür geboten wird.« Auf diese Weise ist auch
das neueste Projekt der Jungen Integration entstanden: Am Tag der offenen
Tür wurde die kleine, von den Schülern selbst verwaltete Bücherei in den
Räumen der Jungen Integration eröffnet.
Die Vorbereitungen dazu liefen bereits seit einer Lesewoche im Rahmen der
Osterferienbetreuung. Mit Phantasiereisen, Hörspielen und Lesungen hatten
die Schüler die Möglichkeit die Welt der Bücher kennen zu lernen. »Wenige
der Kinder hatten vorher einen guten Zugang zum Buch, oft gibt es eine Hemmschwelle
in die Schulbücherei zu gehen«, berichtete Meier, der die Kinder bei dem
Büchereiprojekt unterstützt. Gleich nebenan konnten die Besucher am Tag
der offenen Tür beim »Schule mal anders – Deutschkurs« mit Müttern die Schulbank
drücken. Eine Gelegenheit, die auch Taufkirchens Bürgermeister Jörg Pötke
nutzte und sich anschließend mit einer Einladung zu einer Rathausführung
und zu einer Sitzung des Taufkirchner Sozialausschusses revanchierte. »Da
können Sie beobachten wie Deutsche miteinander diskutieren«, machte er den
Frauen seinen Vorschlag schmackhaft.
Andrea Pietsch
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