Das Kunstforum Arabellapark, Rosenkavalierplatz 16, entführt sein Publikum am 6. März, um 20 Uhr, zu einem Kionoabend der besonderen Art, ein Kinoabend in seiner ursprünglichen Form: mit Filmvorführer und seiner Angst vor dem Filmriss, mit dem Rattern des Projektors und dem Rollenwechsel zur Halbzeit. Dazu Musik live.
Zur Aufführung kommt eine Fassung des Stummfilmklassikers »Metropolis« von Fritz Lang im 16-mm-Format, wie sie nach 1945 vom British Library Board freigegeben wurde. Die Fassung lief in den 50er- und 60er-Jahren in den deutschen Kinos.
Der Musiker, Komponist und Pianist Harry Kulzer schuf dazu eine vollständig durchkomponierte Filmmusik. Live gespielt ist seine Musik nicht nur Untermalung der ausdrucksstarken Bildsprache von Metropolis, sondern dramaturgisches Element, mit dem er punktgenau die einzelnen Filmszenen mal brüllend, schreiend oder streichelnd bespielt. Der ursprüngliche Film von Fritz Lang, der 1927 Weltpremiere in Berlin hatte und heute allerdings nicht mehr vollständig vorhanden ist, setzte in dieser Zeit einen neuen Maßstab in der Filmgeschichte. Im Jahr 2001 wurde »Metropolis« durch die UNESCO in ihr Weltkultureerbe aufgenommen.
Und der Inhalt? ist auch heute noch aktuell: Armut und Reichtum, Unterdrückung, unmenschliche Arbeitsbedingungen und mutiger Aufstand dagegen. Als Gegenelement, wie sollte es anders sein, tritt die Liebe auf, in Form von Freder und Maria, die versuchen, die drohenden Eskalationen in kontrollierbare Bahnen zu lenken. Durch eine Anmoderation vor dem 1. und 2. Filmteil erfährt das Publikum Fakten zum Film und zur »Musik-Geschichte« des Weltdokumentes. Am Ende der Veranstaltung ist Harry Kulzer gerne bereit Fragen zu beantworten.