Die Fußballer des TSV Eching waren schon immer für das Besondere gut. Am vergangenen Wochenende stellte der Bezirksoberligist nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Wolfgang Donders die neue Trainerin Sissy Raith vor. Noch nie zuvor wurde eine so hochklassig spielende Herrenmannschaft von einer Frau trainiert.
Der Sensationsdeal mit Sissy Raith geschah in zwei Etappen. Die 58-fache deutsche Nationalspielerin, die bis zum Sommer vier Jahre lang die Bundesliga-Damen des FC Bayern trainierte, ist eine Echingerin und lernte beim TSV auch das Fußballspielen. Im Dezember traf sie sich mit Jugendleiter Peter Raab und Koordinator Michael Schütz, um über eine Einbindung in die Jugendarbeit zu sprechen. Ein Thema war das Traineramt der B2-Jugend, doch nach dem Gespräch ging Raab zu seinem Vorsitzenden Robert Hofmeier und erklärte, diese Frau
müsse »höhere« Aufgaben bekommen.
Als nun Wolfgang Donders das Traineramt nicht weiter ausüben konnte, kam diese »höhere Aufgabe«. Hofmeier traute Co-Trainer Thomas Stöhr und Torwarttrainer Erwin Stich die Übernahme nicht zu und so war die Betreuung des BOL-Teams frei. Stöhr und Stich bekommen Engagements bei der Jugend angeboten, die Tendenz geht aber klar in Richtung Trennung.
Sissy Raith trainiert nun die erste Mannschaft und macht dies mit ihrem neuen Assistenten, Mario Crapanzano. Die neue Trainerin erkennt in dem Vertrauen des Vereins und des Clubchefs Robert Hofmeier »eine Wertschätzung meiner Arbeit gegenüber«.
Auch die Mannschaft steht der neuen Chefin positiv gegenüber. Sissy Raith kündigte bereits an, dass sie das System umstellen werde. Sie plant hinten eine Viererkette und davor »modernen Offensivfußball.
Sportlich strebt sie den Aufstieg in die Landesliga an. »Als Vierter drei Punkte hinter dem Zweiten kann man kein anderes Ziel haben«, sagt die Trainerin, mit der die Echinger eine langfristige Zusammenarbeit anstreben. Das offen angesprochene Ziel »Aufstieg« klingt nach FC-Bayern-Gen. Da lächelt die Neu-Trainerin verschmitzt: »Das ist eher ein Sissy-Gen «. ba