Veröffentlicht am 26.08.2008 00:00

Lehel · Gut behütet in die Natur

Um 15, 18 und 21 Uhr finden Führungen statt. Eine Modenschau mit historischen Kostümen und gegenwärtiger Dirndl Couture, Kopfschmuck und Hüten ist um 17 und 19 Uhr zu erleben. Niederbayerische Gstanzl, Landler, Zwiefache und Wirtshausklassiker gemixt mit Mariachi Swing und Hank Williams spielt ab 20 Uhr die Münchner Band »G.Rag und die Landlergschwister«. Ganztägig werden außergewöhnliche Hutkreationen präsentiert und extravagante Dirndl, daneben gibt es Kaffee, Kuchen und italienische Schmankerl. Der Eintritt kostet 5 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kultivierte das Bürgertum das Privat- und Familienleben in ganz neuem Ausmaß. Nicht die Repräsentation stand im Vordergrund, sondern das häusliche Glück. Mit dem wachsenden Interesse an der Natur wurde der Spaziergang im Grünen mit der ganzen Familie zu einem festen Bestandteil der sonntäglichen Beschäftigung. Auch der Adel fand Gefallen an solchen Ausflügen, zu denen häufig Musikinstrumente wie z.B. Wandergitarren mitgenommen wurden.

Abends traf man sich zum Tanz in Gastwirtschaften auf dem Lande. Zeitgenössische Gemälde zeigen die neu entdeckte heimische Landschaft und geben einen Eindruck von der unbeschwerten Heiterkeit solcher sommerlicher, familiärer Vergnügungen.

Die Kleidung sollte bequem und praktisch sein: Baumwolle, Leinen oder weißer, luftiger Musselin waren die beliebtesten Stoffe. Der Strohhut entwickelte sich in neuen Formen zu einem modischen Accessoire, das die Frisur der Damen vor Wind und Sonne schützte und zugleich das Gesicht effektvoll umrahmte. Regenschirm und Sonnenschirm wurden zu unverzichtbaren Accessoires. Besonders beliebt waren so genannte System-Spazierstöcke, in die Blockflöten, Querflöten, oder sogar kleine Geigen integriert waren.

Die Kabinett-Ausstellung zeigt Sommerhüte für Damen und Herren, Kleider, Sonnenschirme und Spazierstöcke.

Ein Schreibsekretär mit Ansichten aus dem Wienerwald sowie Landschaftsdarstellungen und Porträts der Biedermeierzeit runden die Präsentation ab.

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