Mit der »Publikumsbeschimpfung« fing alles an: Peter Handke wurde über Nacht berühmt. Fast 40 Jahre später knüpft sein Stück »Untertagblues« als rasante Attacke aufs Publikum daran an. Die Genrebezeichnung »Stationendrama« ist wörtlich zu nehmen: Ein exzentrischer Protagonist, der »Wilde Mann«, reist unterirdisch. Der manische Redner wirft seinen Mitreisenden in der U-Bahn Weisheiten, Beleidigungen und viel Unsinn an den Kopf und redet gegen die Zumutung »Gesellschaft« an.
Ein Rundumschlag gegen »Zwischenraumersticker«, »Klickmausgestalten« und »Universalpreisträger«. Erst die »Wilde Frau«, die am Ende erscheint, bietet ihm Paroli. Plötzlich findet sich der Ankläger auf der Anklagebank.