Achtung, Gefahr! Dieses Wochenende finden sie wieder statt: die ungesündesten Tage im ganzen Jahr. Wegen der Bedrohung durch das Ei. Andere Gefahrentage erscheinen angesichts des dottergelben Terrors als regelrecht halbstark. Was sind schon ein Oktoberfest-Leberschaden, der Stress für Körper und Geist zu Weihnachten oder die hochsommerlichen Hitzewallungen gegen die Gefahren durch das Ei?
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin mir der Symbolkraft des Eis durchaus bewusst. Diese ist sicherlich bedeutender als die Symbolwirkung von sagen wir: Erdbeer-Eis. Was steckt nicht alles drin an philosophischer Erkenntnis in des Vogels Anfang? In einer hartgekochten Schale kann ein weicher Kern stecken! Alles fängt mal klein an! Alles hat ein Ende nur das Ei hat keins! Im Ei steckt Hoffnung, so taugt es eben auch als Sinnbild für die Auferstehung Christi das erkannte der christliche Denker Augustinus schon im fünften Jahrhundert.
Aber: Verstopfung und hoher Cholesterinspiegel sind scheußliche Geißeln der Menschheit. Von der Massentierhaltung in schuhkartongroßen Käfigen ganz zu schweigen. Mein Ratschlag also: Essen und kaufen! Sie Ihre Eier bewusst. Und Vorsicht: Die größte Gefahr geht freilich von der Färbung aus.
Mein Tipp: ausschließlich Rot verwenden. Denn: das erste Ei, das Sie am Ostersonntag finden, sagt mehr aus, als Sie vermuten: Nach alter Lehre nein, das dürfen Sie jetzt nicht mit Aberglauben verwechseln bringt ein blaues Ei eine Pechsträhne mit sich, Gelb prophezeit den Neid der Anderen. Und Rot? Schutz und Stärke! Und: Zauberkraft! Ja, Sie haben richtig gelesen: Zauberkraft. Wenn das rotgefärbte Ei auch noch am Karfreitag gelegt wurde, dann naht das vollendete Glück: Ein solches Ei ist nach altem Glauben nicht nur sehr gesund, sondern hilft auch gegen Krankheiten. Bestimmt auch gegen Verstopfung und cholesterinbedingte Beschwerden. Es wird noch besser: Ein solches Ei fault nicht. Niemals! So kommen Sie um die dottergelbe Bedrohung herum. Frohe Ostern!