Ja, leben die noch? Es sieht so aus! Denn wieder einmal tourt die beliebte Oldies-Rock-Band Uriah Heep durch die Lande; wie etwa ihre Kollegen von Status Quo reisen sie seit fast 40 Jahren mit Vokuhila-Frisur und altehrwürdigen Gassenhauern um die Welt. Was jetzt nicht abwertend gemeint sein soll: Uriah Heep und ihre Lady in Black sind schließlich Kult!
Den Durchbruch haben sie bereits mit ihrem Debüt-Album vor 36 Jahren geschafft und beinahe hyperaktiv machten sie weiter: Bis 1975 erschienen insgesamt acht Alben, bis 1980 13 Live-Mitschnitte nicht mitgerechnet.
Uriah Heep gibts also immer noch allerdings längst nicht mehr in Original-Besetzung. Bereits der Rauswurf des populären Frontmanns David Lord Byrons im Jahr 1977 hatte das Image der Band geändert und war doch eine Notwendigkeit: Denn Byrons Alkoholexzesse waren unerträglich geworden. Im Jahr 1985 war er schließlich an einem Herzinfarkt gestorben.
Sein Nachfolger in der Band war der extravagant gestylte John Lawton, der durch seine gewaltige Stimme und seine Qualitäten als Songwriter Musikgeschichte schrieb: Der Hit Free me ging jedenfalls auf seine Kappe; längst allerdings ist auch er nicht mehr in der Band.
Bereits ein Jahr nach Byrons Rauswurf übrigens, im Jahr 1978, war Uriah Heep im Musiker-Olymp angelangt: mit einer Single-Auskopplung aus dem damals sechs Jahre alten, zweiten Album Salisbury samt dem dramatisch inszenierten Tophit Lady in Black.
Was übrigens Uriah Heep zu viel in Szene setzen, das lassen The Nits gleich ganz weg: Die 1974 gegründete Band präsentiert einen puristischen, beinahe kammermusikalischen Misch aus Folklore, Jazz und Pop. Am Montag, den 27. November, unterstützen sie Uriah Heep bei deren Auftritt im Deutschen Theater ab 20 Uhr. Von Nadine Nöhmaier