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Aktuelles - 13.04.2006 SamstagsBlatt
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Postmitarbeiter fordern Beteiligung an Konzerngewinn
Deutsche Post will Gehaltserhöhung mit Stellenabbau finanzieren
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In rund zwei Wochen wird es spannend für die 130.000 Angestellten der Deutschen Post: Am 30. April läuft ihr Tarifvertrag aus – und es sieht so aus, als ob ein langer Gehalts-Poker bevorsteht: Die Gewerkschaft verdi fordert, die Angestelltengehälter um 4,5 Prozent aufzustocken. Der Bonner Konzern weist das als „unvertretbar hoch“ zurück. Und droht damit, zusätzliche Kosten künftig notfalls durch „Rationalisierungen“, sprich Stellenabbau, aufzufangen.
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Sie sind nicht streikwütig, aber streikfähig: die Angestellten der Deutschen Post. Foto: dpwn |
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Doch Verdi will sich nicht einschüchtern lassen: „Angesichts der Milliardengewinne
der Post ist diese Tarifforderung mehr als berechtigt“, betont Anton Hirtreiter,
Fachbereichsleiter Postdienste bei verdi Bayern, gegenüber dem SamstagsBlatt.
Der Konzern könne sich die Gehaltserhöhung leisten, vor allem, weil die
Mitarbeiter produktiv arbeiten würden und so für gute Firmenergebnisse sorgen.
Bislang werden für die gute Arbeit aber nur die Manager belohnt, um 12,6
Prozent stiegen die Vorstandsgehälter zuletzt - wenn es nach verdi geht,
sollen jetzt aber auch die Mitarbeiter profitieren.
„Das Management der Post muss den Mitarbeitern über den Inflationsausgleich
von zwei Prozent sowie die Produktivitätssteigerung von 1,1 Prozent hinaus
eine Einkommensverbesserung gewähren“, bekräftigt verdi-Bundesvorstand Rolf
Büttner. Diesmal werde es daher bei den Verhandlungen eine reine Lohnrunde
geben: „Wir werden auf alle Nebenthemen verzichten.“ Jedes Jahr seien die
Dividenden gestiegen, ebenso die Gewinne und eben die Vorstandsgehälter.
„Jetzt sind auch einmal die Mitarbeiter dran.“ Zudem müsse die Binnenkonjunktur
in Schwung kommen, so Büttner. „Wenn die Beschäftigten mehr ausgeben sollen,
dann brauchen sie auf die Einkommen jetzt ordentlich was drauf."
Die Deutsche Post sieht das anders: „verdi negiert mit dieser Forderung
völlig die für die Deutsche Post geltenden regulatorischen Vorgaben“, heißt
es aus dem Konzern. Aufgrund der strengen Regulierung in Deutschland – die
Bundesnetzagentur hat ein Auge auf die Briefpreise – könnten zusätzliche
Kostenbelastungen, etwa durch Gehaltssteigerungen, nicht an die Kunden durchgereicht
werden.
Für verdi ist das kein Argument: Solche Gesetzesprobleme dürften nicht auf
dem Rücken der Angestellten ausgetragen werden, heißt es aus der Gewerkschaft,
die bereits Streiks ankündigt für den Fall, dass man sich nicht auf eine
angemessene Entlohnung einigt. „Wir sind zwar nicht streikwütig, aber sehr
wohl streikfähig“, droht Hirtreiter. Von Nadine Nöhmaier
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