Veröffentlicht am 28.12.2000 00:00

Ein akustisches Kulinarium

Die Matinee im Musikinstrumentenmuseum am Sonntag, den 17.12.2000 wurde von der 1989 in München geborenen Schülerin Valentina Babor eröffnet.

Als Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe waren die Erwartungen hoch ­ und Š sie wurden nicht enttäuscht. Prelude und Menuett aus der Suite bergamasque von Claude Debussy waren die Eröffnungsstücke. Ein technisch-musikalisches Feuerwerk, was da die Kinderhände dem Flügel entlocken! Und vor diesem Hintergrund darf man getrost über das ein- oder andere „Nichtgehörte” hinwegsehen.

Befreit und aufgelockert, erklang anschließend das Fantasie-Impromptu Cis-moll von Frederic Chopin. Mit großem Elan hielt die 11-jährige den Spannungsbogen aufrecht. Überzeugtes Klavierspiel bei der Sonate in A-moll von Sergey Prokofjew. Ein gelungener und jugendlich-routinierter Auftritt, der nur ab und zu westlich geprägte Cantilene vermissen ließ. Allerhöchste technische Ansprüche galt es bei Pablod de Sarasate und seiner Carmen Fantasie zu bewältigen. Dieser virtuosen Herausforderung stellte sich mutig und mit gewisser Bravour die Schülerin Saskia Hein. Staunen machte sich breit, was diese junge Schülerin aus ihrer Geige herauszuholen vermochte. Famoser Spielwitz half über diese und jene kleine Unsicherheit gekonnt hinweg. Prickelnd und mit dem Hauch musikantischer Erotik erklang immer wieder das „Carmen-Thema”.

Mit dem Adagio und Allegro für Cello und Klavier von Robert Schumann ging die Matinee zu Ende. Die junge Cellistin Caecilia Altenberger ließ keine musikalischen Wünsche offen. Präzise und ausgereifte Technik, großes Gespür für das Cantilenenhafte, überzeugend und ausdrucksstark in der Interpretation; beste Noten für diese junge Cellistin.

Der dritte Advent ­ ein akustisches Kulinarium. N. F.

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