Veröffentlicht am 09.03.2006 00:00

„Da schau her”

Insgeheim hoffe ich ja sogar, dass jetzt jeder Winter so wird. Auch für den Fall, dass dann manches Volkslied umgedichtet werden muss: „Im Märzen der Bauer den Schnee wegfräst.“

Kann sein, dass Sie jetzt kopfschüttelnd dasitzen und sich fragen, ob der Ackerland mittlerweile nur noch Rollsplitt in seinem Kopf hat, weil doch alles ächzt und stöhnt ob der Schneelast in all ihren Wortbedeutungen. Kaum eine Halle, die noch betreten werden darf. Verkehrschaos. Kein Zugverkehr. Haushalte ohne Strom. Herunterstürzende Äste. Hochwassergefahr – denn die ganzen Schneemassen müssen irgendwann auch schmelzen.

Sie haben ja Recht: Auch ich werde nicht gern von Bäumen erschlagen oder von Dachlawinen verschüttet, auch ich schätze die regelmäßige Müllabfuhr und unsere pünktlichen Trams. Aber als ich vergangenen Sonntag wagemutig durch die Straßen schritt, da hab ich mich einfach nur gefreut. Wann sieht man das schon, dass parkende Sportwägen nur noch Schneehaufen sind, ja dass sogar Besitzer dieser neumodischen Stadt-Jeeps nicht mehr aus ihren Parklücken kamen, dass plötzlich eine ganz andere Akustik herrscht, weil der ganze Schnee den Schall wegschluckt?

Ich ging dann in den Englischen Garten und freute mich, dass auch noch andere den Schnee schätzen – es war mehr los als an einem Sommersonntag. Nach dem fünfzigsten Schneemann hab ich aufgehört, zu zählen. Wenn das Wort je passt, dann jetzt: cool!

Und jetzt? Zeit wird’s, dass der Frühling kommt!

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