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Aktuelles - 05.01.2006 SamstagsBlatt
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Auslandsporto 44 Prozent teurer!
Der Gelbe Riese schröpft den kleinen Mann
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Das Porto für Briefe ist bei der Deutschen Post zum Jahreswechsel um durchschnittlich 0,2 Prozent gesenkt worden. Damit befolgte das Unternehmen eine Vorgabe der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation. Was erst mal erfreulich klingt, ist allerdings nur für einen Teil der Kunden von Vorteil – der Gelbe Riese holt sich sein Geld nämlich anderswo: Die Portokosten ins europäische Ausland beispielsweise sind zum 1. Januar kräftig erhöht worden: die Postkarte dorthin kostet jetzt ganze 20 Cent mehr als im Vorjahr – 65 statt 45 Cent – das ist eine Erhöhung um rund 44 Prozent!
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Wer künftig eine Postkarte ins europäische Ausland verschicken will, muss fortan eine 65-Cent-Marke draufkleben – statt bisher 45 Cent. |
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Betroffen hiervon sind vor allem Touristen – und wie so oft der „kleine
Mann“ mit Kontakten ins Ausland, der aus Mangel an Alternativ-Unternehmen
auf die Post angewiesen ist. Das Unternehmen rechtfertigt diese Erhöhung
in einer offiziellen Pressemitteilung einerseits mit „gestiegenen Kosten
im Exportbereich“, andererseits mit einer Anpassung an andere europäische
Postunternehmen, die preislich zwischen Briefen ans In- und ans Ausland
unterscheiden.
Doch warum man das Auslandsporto derart unverhältnismäßig und auf einen
Schlag erhöhen musste, konnte die Deutsche Post auf Anfrage des Samstagsblattes
nur wenig zufriedenstellend erklären: „Jeder Versandbereich wurde einer
Prüfung unterzogen, um herauszufinden, ob dort Porto gesenkt werden kann
oder erhöht werden muss. Das sind komplizierte Berechnungen von Fachleuten,
die mir im Detail jetzt nicht vorliegen“, sagte Pressesprecher Gert Hilger.
Abgesehen davon, dass der Kunde für seine Post ins Ausland nun tiefer in
die Tasche greifen muss, ändert sich für ihn übrigens nichts: Weder kommen
die Briefe schneller am Ziel an, noch wird anderer Service verbessert. Hilger
hierzu: „Die Laufzeiten der Deutschen Post sind hervorragend. Aber wenn
Karten ins Ausland geschickt werden, gehen wir mit dem Postunternehmen des
anderen Landes eine Wechselbeziehung ein. Von denen sind halt nicht alle
so schnell wie die Deutsche Post“, behauptet er.
Diese Aussage wird einigen Post-Kunden nur ein müdes Lächeln abringen: Einem
„Samstagsblatt“-Leser beispielsweise, der beklagte, dass vor kurzem einer
seiner Briefe von Milbertshofen nach Trudering ganze zwei Tage unterwegs
war: „Wieder einmal eine Glanzleistung der Deutschen Post“, schrieb er uns
via E-Mail. Zumindest aber bleibt für diese Inlandsleistung das Porto stabil.
Ein schwacher Trost. Von Elena Schott
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