Maximo Park sind einfach nur fünf Jungs aus Newcastle upon Tyne. Mythen um ihre Band lassen sie nicht gelten. Auch der waschechte Nordengland-Akzent des Sängers Paul Smith und die Texte über alltägliche Frustrationen lassen nicht daran zweifeln, dass da ganz normale junge Briten am Werk sind.
Frustriert sind sie über unglückliche Liebschaften und das triste Leben in englischen Kleinstädten. Aber unterkriegen lassen sie sich nicht: In The Coast is always Changing stimmen romantische Orgeln in den frischen Rhythmus ein, und in The Night I Lost my Head gerät Smith zusammen mit seiner Band zwar stilvoll, dennoch aber absolut in Rage. Was immer bei ihnen heraus kommt, ist feinste, bodenständige Indie-Tanzmusik.
Trotz allem: So ganz nimmt man Maximo Park das Normalsein nicht ab. Im Anzug und mit Pomade im Haar posiert der Sänger Paul Smith immer als Mastermind der Band. Sein Blick birgt einen Hauch von Misanthropie und jede Menge Dandytum. Auch wird das Indie-Quintett schon seit seinen ersten Singles von der Welt-Musik-Presse in höchsten Tönen gelobt: Die Journalisten reisten zu den ersten Konzerten nach London und spätestens nach zwei Geheim-Gigs in Berlin und Köln war auch das deutsche RocknRoll-Publikum vom Park-Fieber infiziert.
Und auch von einflussreicher Seite werden sie unterstützt: Der Warp Records-Chef Steve Beckett, der sich seit 1989 fast ausschließlich auf elektronische Musik konzentriert, machte bei Maximo Park eine Ausnahme, die doch eine Regel bestätigt: Warp steht nämlich für Weird and Radical Projects, merkwürdige und radikale Projekte.
Der Titel des Debüt-Albums, A Certain Trigger lässt Raum für Interpretationen: Wollen die Jungs ein gewisser Auslöser sein, etwas bewegen in der Rock-Welt? Oder haben sie ihre manikürten Gitarren-Hände am Abzug einer hochmodernen Rock-Pistole, die mit Musik-Patronen auf die Menge feuert, um ihre Beine zum Zappeln zu bringen?
Antworten darauf gibts am Montag, den 21. November, ab 21 Uhr in der Elserhalle. Ob sie nun eine Mischung aus Franz Ferdinand und The Strokes sind oder ganz normale Jungs, die alles tun, um auf dem Boden zu bleiben: Bei feinster Indie-Tanzmusik kann sich dort jeder ein eigenes Bild machen.
Von Elena Schott