Am Dienstag, 22. November, 20 Uhr, geht es im Rahmen der Reihe »radioKultur in der Monacensia«, Maria-Theresia-Straße 23, um einen Münchner in der Südsee: »Willy Seidel Phantast und Weltenbummler«.
sind bestenfalls noch antiquarisch zu finden. Ausgedehnte Reisen hatten Seidel zwischen 1911 und 1926 u. a. nach Ägypten, Niederländisch-Indien und, im Auftrag des Insel-Verlags, bis nach Samoa geführt.
Diese Expeditionen wurden zur prägenden Erfahrung, die auch seine schriftstellerische Arbeit maßgeblich beeinflusste. So zählt er neben Max Dauthendey, Robert Müller, Norbert Jacques und auch Hermann Hesse zu der winzigen Schar deutschsprachiger Literaten, die sich dem exotischen Roman verschrieben hatten, einem stark im Brudergefühl und humanitären Zorn des Expressionismus verwurzelten Genre, das den »neuen Menschen« suchte und dessen okkulte Visionen zwischen Weltschmerz und romantischem Höhenflug angesiedelt waren. In Braunschweig geboren, machte Willy Seidel 1911 München zu seiner Wahlheimat er gehörte zur Schwabinger Bohème, der er mit seinem Schlüsselroman »Jossa und die Junggesellen« (1930) ein liebenswürdig-ironisches Denkmal setzte.
Karten zu 5 Euro gibt es an der Abendkasse.